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ARD-Recherche belastet DESG-Präsident Große
Im deutschen Eisschnelllauf wächst offenbar der Unmut unter Athletinnen und Athleten gegenüber der Verbandsspitze. "Die aktuelle Situation im Verband stellt für viele eine zusätzliche, erhebliche Belastung dar", sagte Athletensprecher Hendrik Dombek in einem Beitrag der ARD, der am Montag veröffentlicht wurde und vor allem DESG-Präsident Matthias Große belastet.
Es bestehe daher "dringender Bedarf an einem intensiveren und regelmäßigen Austausch mit den Verbandsgremien", ließ Dombek, der bei den Olympischen Winterspielen in Mailand/Cortina am Mittwoch über die 1000 m an den Start geht, schriftlich verlauten. Ziel der Athletenvertretung sei es, "ein Umfeld zu schaffen, das von gegenseitigem Respekt, transparenter Kommunikation und verantwortungsvollem Umgang mit Macht geprägt ist."
Große, Lebensgefährte der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein, steht seit 2020 an der Spitze der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG). Der Berliner Immobilienunternehmer wollte den einst sehr erfolgreichen Verband, der seit 2010 keine Olympiamedaille mehr gewonnen hat, zu alter Stärke zurückführen.
"Die Athletinnen und Athleten aus der DESG, mit denen wir gesprochen haben, sind sehr frustriert", sagte Johannes Herber, Geschäftsführer des unabhängigen Vereins Athleten Deutschland, der den Unmut der deutschen Eisschnellläufer wahrgenommen hat: "Sie haben auch eine gewisse Desillusion an den Tag gelegt, weil sie gemerkt haben: Sie wollen eigentlich mitgestalten, und es wurde ihnen immer wieder die Tür vor der Nase zugeschlagen."
Große wollte sich auf SID-Anfrage zu den Vorwürfen, dass die DESG Haushaltspläne zurückgehalten und versprochene Prämien nicht an Vereine und Sportler ausbezahlt habe, nicht erklären. Stattdessen werde man sich nach den Winterspielen am 26. Februar auf einer Pressekonferenz auf dem Berliner Mügelturm "vollumfänglich dazu äußern".
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gab auf ARD-Nachfrage "mangels Zuständigkeit und Kenntnis" kein Statement ab, erwarte aber von den Mitgliedsverbänden allgemein, "dass sie sich im Rahmen der rechtlichen Vorgaben und entsprechend der Grundsätze des deutschen Sports eigenständig organisieren und dabei die Grundsätze der guten Verbandsführung einhalten".
Th.Gonzalez--AT