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"Herzzerreißend": Vonns Traum platzt dramatisch
Den Fans stockte der Atem, dem Vater brach es das Herz - und auch IOC-Präsidentin Kirsty Coventry fühlte mit. Nachdem der olympische Traum von Superstar Lindsey Vonn dramatisch und schmerzhaft geplatzt war, bangte die Wintersportwelt mit der Speed Queen aus den USA. Eine Diagnose ihrer Verletzung nach dem Sturz auf der Abfahrt in Cortina d'Ampezzo stand am frühen Sonntagabend noch aus.
"Wir haben noch sehr wenige Informationen. Anscheinend soll es ein Bruch im Unterschenkel sein. Aber wir wissen noch überhaupt nichts Genaues. Sie wird noch untersucht", sagte US-Speed-Trainer Alex Hödlmoser am Nachmittag dem Schweizer Fernsehen. Vonn wurde im Krankenhaus von Cortina erstversorgt. Später teilte das US-Team mit: "Lindsey Vonn hat sich verletzt, befindet sich aber in stabilem Zustand und ist in guten Händen bei einem Team aus amerikanischen und italienischen Ärzten."
IOC-Chefin Coventry schickte Vonn eine Nachricht: "Liebe Lindsey, wir denken alle an Dich. Du bist eine unglaubliche Inspiration und wirst immer ein olympischer Champion sein." Vonns Vater Alan Kildow sagte bei sportschau.de: "Es hat mir das Herz gebrochen. Sie ist so eine Kriegerin, so eine fantastische Wettkämpferin. Sie hat alles gegeben, was sie hat. Leider war es nicht ihr Tag. Das ist wirklich herzzerreißend."
Vonn war vom Start weg Risiko gegangen und wählte früh eine enge Linie. Mit einem Arm blieb sie an einem Richtungstor hängen, kam so aus der Balance und krachte nach nur 13 Sekunden in Seitenlage aus der Luft auf die Piste. Vonn, die auf der Olimpia delle Tofane mit einem Kreuzbandriss im linken Knie an den Start gegangen war, schrie vor Schmerz. Helfer eilten herbei, das Rennen war minutenlang unterbrochen. Die 41-Jährige wurde per Hubschrauber abtransportiert.
"Das war definitiv das Letzte, was wir sehen wollten", sagte Vonns Schwester Karin Kildow bei Peacock: "Sie gibt immer 110 Prozent, niemals weniger. Ich weiß, dass sie ihr ganzes Herzblut hineingesteckt hat, und manchmal passieren eben solche Dinge. Es ist ein sehr gefährlicher Sport." Die Familie freue sich darüber, "dass alle ihr die Daumen drücken und sind dankbar für die Unterstützung", so Kildow.
Vonn hatte bei einem Sturz bei der Weltcup-Abfahrt am 30. Januar in Crans-Montana einen Kreuzbandriss im linken Knie und Knochenprellungen erlitten. Auch ihr Meniskus war lädiert. Vonn wollte ihren Olympia-Traum aber nicht aufgeben und in Cortina, wo sie im Weltcup mit zwölf Erfolgen Rekordsiegerin ist, ihr famoses Comeback mit ihrer zweiten Goldmedaille bei einer Olympia-Abfahrt nach 2010 krönen.
M.White--AT