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"Bedeutet mir die Welt": Sinner schlägt Alcaraz im Finale
Jannik Sinner glitt glückselig zu Boden, dann fiel er dem fair gratulierenden Carlos Alcaraz am Netz um den Hals. Der italienische Tennisstar hat seinen großen Rivalen aus Spanien im Finale der ATP Finals niedergerungen. In einem packenden Match siegte Sinner mit 7:6 (7:4), 7:5 und brachte den Turiner Tennistempel zum Beben - er feierte seinen zweiten Titel beim Jahres-Abschlussturnier.
"Ich bin extrem happy, wie ich das gemacht habe. Das bedeutet mir die Welt. Gegen Carlos musst du dein bestes Tennis spielen", sagte Sinner, nachdem er Alcaraz im entscheidenden Spiel den Aufschlag abgenommen hatte: "Die Saison so abzuschließen, ist fantastisch."
Nach 2:15 Stunden verwandelte Sinner seinen ersten Matchball und baute eine beeindruckende Serie aus. Seit nunmehr 31 Spielen in Folge ist der Südtiroler auf Hartplätzen in der Halle ungeschlagen. Der 24-Jährige krönte eine hervorragende Saison mit seinem sechsten Titel in diesem Jahr.
Zudem knackte Sinner mal wieder seinen Angstgegner. Von den vergangenen acht Spielen gegen Alcaraz hatte er vor Beginn der Partie sieben verloren. Das Trostpflaster für Alcaraz, der seinen neunten Titel 2025 und den ersten bei den ATP Finals verpasste: Trotz der Niederlage wird er das Tennisjahr knapp vor Sinner als Nummer eins der Welt abschließen.
Bei der Siegerehrung konnte Alcaraz mit seiner Silberschale in der Hand dann auch schon wieder lächeln. "Ich bin eigentlich sehr zufrieden mit dem Niveau, das ich gespielt habe. Ich habe halt gegen einen Typen verloren, der seit zwei Jahren kein Hallenspiel mehr verloren hat. Das zeigt, was für ein toller Spieler du bist", sagte Alcaraz unter dem Jubel der Fans in Richtung Sinner.
Es sei "derzeit eine der größten Herausforderungen im Tennis, gegen Jannik auf einem Hallenplatz zu spielen", hatte Alcaraz vor der Partie erklärt und Sinner kurzerhand zum Favoriten erklärt. Die beiden Ausnahmekönner, die in diesem Jahr alle vier Grand-Slam-Titel gerecht untereinander aufgeteilt hatten, begannen dann aber ungewohnt nervös und fehlerhaft.
Früh im ersten Satz musste die Partie unterbrochen werden, weil eine Zuschauerin auf der Tribüne nach einem medizinischen Zwischenfall behandelt wurde. Nach gut zehn Minuten gab es Entwarnung und die Spieler konnten die Partie fortsetzen.
Weil Alcaraz gegen Ende des ersten Durchgangs doch noch zu zaubern begann, musste Sinner nervenstark einen Satzball abwehren. "Sinner, Sinner"-Rufe in der Arena waren die Folge, ehe es im Tiebreak dann richtig hochklassig wurde. Sinner spielte spät einen traumhaften Lob und holte sich mit einem krachenden Aufschlag den Satz.
Den Spanier konnte Sinner damit aber nicht schocken. Im Gegenteil: Im ersten Spiel des zweiten Satzes fügte er Sinner, dem einige Doppelfehler unterliefen, das erste Break im laufenden Turnier zu. Doch Sinner schlug mit etwas Glück zurück. Nach einer unerlaubten Doppelberührung beim Schlag, die der Schiedsrichter übersah, nahm er Alcaraz den Vorteil wieder ab. Kurz darauf sorgte er zum Jubel der 12.000 Fans für die Entscheidung.
Für Sinner geht es nun in den wohlverdienten Urlaub. Für die Finalrunde des Davis Cups, an der Alcaraz teilnehmen möchte, hat er abgesagt.
M.Robinson--AT