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Trotz Finanzchaos: HB Ludwigsburg darf Meistertitel behalten
Die HB Ludwigsburg darf trotz der finanziellen Probleme ihre gewonnenen Meisterschaften behalten. "Eine rückwirkende Aberkennung eines Titels ist kein Thema", teilte die Handball Bundesliga Frauen (HBF) auf SID-Anfrage mit. Der insolvente Bundesliga-Klub hatte in den vergangenen Jahren die Szene dominiert und viermal in Serie triumphiert (2022 bis 2025), am Montagabend dann aber über die fehlende wirtschaftliche Grundlage informiert, um die Spielerinnen weiter bezahlen zu können.
Im Anschluss kritisierten Teile der Konkurrenz den Serienmeister, dem nun der sportliche Ausverkauf droht, deutlich. "Sie sollten die Titel zurückgeben müssen", forderte Herbert Müller, Trainer des Thüringer HC, im Gespräch mit der Thüringer Allgemeinen. Wirtschaftlich habe sich Ludwigsburg "die letzten zwei Meisterschaften erschlichen und geschwindelt. Das muss man klar sagen."
Er könne sich "nicht vorstellen, dass sie in der Liga bleiben", sagte Müller weiter: "Diese inzwischen kolportierten schon zwei oder drei Millionen Euro Schulden kommen nicht von ungefähr. Sie haben damals die Preisstruktur der Liga kaputt gemacht." Die HBF kündigte an, die Lizenzvergabe an Ludwigsburg nochmals zu überprüfen.
Die Aussagen von Müller wollte die Liga auf Anfrage "nicht weiter kommentieren". In Bezug auf den Handball-Supercup sei aber bereits die Entscheidung getroffen worden, "die HB Ludwigsburg zurückzuziehen – hier tritt stattdessen der Thüringer HC an", teilte die HBF mit: "Weitere Entscheidungen, die insbesondere die Teilnahme der HB Ludwigsburg am Spielbetrieb der Bundesliga betreffen, können anhand der bestehenden Faktenlage noch nicht getroffen werden, da für Ludwigsburg weiterhin die Möglichkeit besteht, gegebenenfalls mit verändertem Kader, den Spielbetrieb in der Bundesliga wahrzunehmen."
Y.Baker--AT