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"Einfach ratlos": Zukunftsorgen bei DHB-Frauen um Smits
Die HB Ludwigsburg steht vor dem Aus - und damit auch die deutsche Handball-Nationalmannschaft vor ungewissen Wochen. "Wir haben noch gar keine Ahnung, was jetzt passiert. Wir müssen uns erst einmal alle richtig sammeln und nicht zu schnell entscheiden", sagte DHB-Anführerin Xenia Smits der Bietigheimer Zeitung, nachdem der Double-Gewinner am Montagabend mitgeteilt hatte, dass ihm die wirtschaftliche Grundlage fehle, um die Spielerinnen weiterhin an ihre bestehenden Verträge zu binden.
Damit dürfte das sportliche Aushängeschild der Handball-Bundesliga der Frauen (HBF) personell zerbrechen - ausgerechnet in dem Jahr, in dem Deutschland Co-Gastgeber der Weltmeisterschaft (26. November bis 14. Dezember) ist und der Frauen-Handball einen weiteren Boom erfahren sollte. Ludwigsburg, das vor zwei Wochen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt hatte, bildet das Grundgerüst des DHB-Teams von Bundestrainer Markus Gaugisch. So fehlt neben Smits auch DHB-Kapitänin Antje Döll, Shootingstar Viola Leuchter, Rechtsaußen Jenny Behrend sowie den Rückraumspielerinnen Mareike Thomaier und Lena Degenhardt plötzlich die Perspektive.
"Klar habe ich Zukunftssorgen, aber meine größeren Sorgen und Emotionen gehen in Richtung meiner Mannschaft", sagte die 31-jährige Smits, die sich wohl einen neuen Verein suchen muss. Dies könnte jedoch gar nicht so leicht werden, da die Kaderplanung knapp drei Wochen vor Saisonstart "bei den meisten Vereinen weitestgehend abgeschlossen" ist, wie Smits selbst sagt. Sie fühle sich "ratlos, aufgeschmissen und sehr leer", räumte Deutschlands Handballerin des Jahres 2024 bei SWR Sport ein: "Wir sind gerade einfach ratlos."
Mit ihrem Team hat Smits in den vergangenen Jahren die Szene in Deutschland dominiert. Das Team holte vier Meistertitel in Serie (2022 bis 2025), Pokalsiege in den Jahren 2021, 2022, 2023 und 2025 sowie Triumphe im Supercup und in der European League. 2023/24 erreichte die Mannschaft zudem das Finale der Champions League. Bis zum Ende der Saison 2023/24 spielte das Team unter dem Namen SG BBM Bietigheim, ehe es nach Ludwigsburg wechselte und unter neuer Struktur auflief.
Der Verein hofft weiter auf eine Fortführung des Spielbetriebs. Doch klar ist, dass dieser - wenn überhaupt - unter ganz anderen Vorzeichen erfolgen würde. Ziel sei es, zumindest eine Perspektive für den Frauenhandball-Standort Ludwigsburg zu erhalten. Sollte Ludwigsburg am 23. August tatsächlich wie geplant im Münchner SAP Garden im Supercup-Duell mit der HSG Blomberg-Lippe die neue Saison eröffnen, dann wohl mit einem ganz anderen, günstigeren Kader.
Der Start in der Liga ist eine Woche später angesetzt. Die HBF hatte kürzlich erklärt, dass die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens einen Abzug von acht Punkten am Ende der Hauptrunde zur Folge hätte.
A.Ruiz--AT