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Barca schlägt Popps Wölfinnen im Champions-League-Finale
Tränen nach Traumstart: Der VfL Wolfsburg hat sich Europas Fußball-Krone von den Stars des FC Barcelona noch aus den Händen reißen lassen. Die Pokalsiegerinnen um Alexandra Popp unterlagen in einem denkwürdigen Champions-League-Finale dem Favoriten nach 2:0-Führung noch 2:3 (2:0) und verpassten den dritten Triumph nach 2013 und 2014 auf bitterste Art und Weise.
Vor 33.147 Fans im ausverkauften Stadion der PSV Eindhoven sorgte die polnische Torjägerin Ewa Pajor (3.) für den perfekten VfL-Beginn, DFB-Kapitänin Popp (37.) erhöhte mit einem typischen Kopfball. Mit einem Doppelschlag binnen 108 Sekunden brachte Patri Guijarro (48./50.) Spaniens Meister heran, ehe die Ex-Wölfin Fridolina Rolfö (70.) Barca den zweiten Triumph bescherte.
Wolfsburgs Coach Tommy Stroot hatte eine offensive Aufstellung mit Popp in ihrer Lieblingsposition als Mittelstürmerin gewählt, Pajor kam dafür über die linke Seite. Barca-Trainer Jonatan Giraldez ließ seinen Superstar Alexia Putellas zunächst auf der Bank. Die spanische Weltfußballerin hatte Ende April ihr Comeback nach einem Kreuzbandriss gegeben, am Samstag betrat sie erst in der 90. Minute das Feld.
Lautstark angetrieben von ihren rund 8000 mitgereisten "Culers" kam Guijarro nach nur 44 Sekunden zum ersten Abschluss für Barca. Doch dank hohen Pressings setzte der VfL den ersten Punch: Pajor luchste der völlig unaufmerksamen Europameisterin Lucy Bronze den Ball ab und erzielte von der Strafraumkante ihren sehenswerten neunten Treffer der Champions-League-Saison.
Genau das hatte sich Popp wohl vorgestellt, als sie am Vortag Fußball auf die "deutsche Art" als Mittel der Wahl gegen Barcelonas Tiki-Taka-Stil ankündigte. Die Wölfinnen verteidigten leidenschaftlich, Spaniens Serienmeister ließ den Ball laufen, im letzten Drittel aber im ersten Durchgang die nötige Präzision vermissen.
Ganz anders Wolfsburg auf der Gegenseite: Nach mustergültiger Pajor-Flanke stellte Popp ihr Markenzeichen unter Beweis, als sie Barca-Torhüterin Sandra Panos mit einem Kopfball aus kurzer Distanz keine Chance ließ. So knackte sie - angestachelt von den verlorenen Finals 2016, 2018 und 2020 - den Rekord von Toren in vier verschiedenen Endspielen von Ada Hegerberg (Olympique Lyon).
Kurz vor dem Pausenpfiff verhinderte Nationaltorhüterin Merle Frohms gegen Salma Paralluelo (45.+2) den Anschlusstreffer. Doch nach dem Seitenwechsel zeigten die Katalaninnen ihr gefürchtetes, wahres Gesicht, Wolfsburg verlor vollkommen den Zugriff. Erst vollstreckte Guijarro nach einem Bilderbuchangriff per Fuß, um dann per Schulter auszugleichen.
Die Verunsicherung bekam der VfL nicht mehr in den Griff - und so fiel auch das dritte Gegentor unglücklich. Außenverteidigerin Lynn Wilms schoss beim Klärungsversuch im Strafraum Kathrin Hendrich an, die lauernde Schwedin Rolfö staubte ins lange Eck ab.
Ch.P.Lewis--AT