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Kemme über Frauen-Bundesliga: "Keine wettbewerbsfähige Liga"
Die ehemalige Fußball-Nationalspielerin Tabea Kemme sieht immer noch Reformbedarf bei der Frauen-Bundesliga. "Es ist keine wettbewerbsfähige Liga. Wir brauchen professionelle Bedingungen auf allen Ebenen – und die sind nach wie vor nicht gegeben", sagte die 31-Jährige im t-online-Interview.
Die Liga müsse klare Vorgaben erstellen, "und wer die als Klub nicht verfolgt, wird konsequent geahndet. Sonst führt das zu so einer immensen Lücke zwischen Platz vier und Platz fünf". In England könne man sehen, "dass es funktioniert. Da ist die Liga ausgeglichener und enger", betonte die Olympiasiegerin von 2016. Aktuell gebe es nur Empfehlungen an die Vereine: "Die treffen selbst die Entscheidung, ob sie sich bewegen wollen. Und wenn nicht, dann setzen sie es eben nicht um. Das hindert die Weiterentwicklung."
Der ab September greifende neue Medienvertrag für die Frauen-Bundesliga steigert die Erlöse in der Frauen-Bundesliga um 1600 Prozent auf 5,175 Millionen Euro pro Saison. Allerdings werden künftig Montagsspiele eingeführt. Kemme: "Der neue Vertrag löst die alten Probleme nicht. Wenn eine Spielerin einen Vollzeitjob hat, dann muss sie sich am Montag Urlaub nehmen. An einem Urlaubstag hast du qua Vorgabe keine andere Tätigkeit auszuführen. Im Fall einer Verletzung am Urlaubstag, wer übernimmt dann die Verantwortung?"
Die Spielerinnen müssten die Konsequenzen dieser Entscheidung tragen, so die TV-Expertin: "Wenn professionelle Topvereine wie der FC Bayern und Wolfsburg in der Champions League aktiv sind, werden sie außerdem an diesem Montag gar nicht spielen können."
Die höchste Klasse im deutschen Frauenfußball habe "ein Problem in der Breite der Professionalisierung. Bayern, Wolfsburg, ok. Aber die Lücke zwischen den Vereinen ist zu groß. Siehe Klubs wie Turbine Potsdam und den SC Sand, die jetzt in der 2. Bundesliga spielen". Das Gute sei, dass die Spielerinnen insgesamt mündiger seien, "sich trauen, Missstände im Verein anzusprechen, was wiederum für Ängste bei den Klub- und Verbandsverantwortlichen sorgt, unter Druck der Öffentlichkeit zu geraten. Am Ende müssen beide Parteien zusammenkommen".
H.Thompson--AT