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Giro: Kämna in Lauerstellung - Healy gewinnt nach Solo
Radprofi Lennard Kämna bleibt beim 106. Giro d'Italia auch nach der zweiten Bergankunft in Lauerstellung. Der deutsche Zeitfahrmeister, bei der zweitgrößten Rundfahrt nach der Tour de France mit Ambitionen auf das Gesamtklassement gestartet, kam auf der achten Etappe nach 207 km von Terni nach Fossombrone nur wenige Sekunden nach den Topfavoriten Primoz Roglic (Slowenien) und Remco Evenepoel (Belgien) ins Ziel.
Der zweimalige Vuelta-Sieger Roglic (Jumbo-Visma) attackierte kurz vor dem Ziel und ließ dabei auch Weltmeister Evenepoel (Soudal–Quick-Step) stehen. Die Attacke galt jedoch eher als Test, viel Zeit konnte Roglic auf seinen vermeintlich größten Konkurrenten nicht aufholen.
Der Tagessieg ging nach fulminanter Solo-Fahrt an den Iren Ben Healy (EF Education-EasyPost) vor Derek Gee aus Kanada (Israel-Premier Tech) und dem Italiener Filippo Zana vom Team Jayco AlUla. Healy ist in dieser Saison in überragender Frühform und galt bereits vor dem Start als ein möglicher Etappensieger.
"Ich wollte alleine fahren und hatte gute Beine. Das ist ein guter Tag", sagte Healy nach dem Rennen: "Ich hatte bis hierhin schon einen super Saisonverlauf, aber hier zu gewinnen, ist einfach verrückt."
Die erste Etappenphase war durch ein hohes Tempo und viele Angriffe gekennzeichnet, immer wieder brachen kleine Fluchtgruppen aus. Auch der Gesamtführende Andreas Leknessund (Team DSM) versuchte kurzzeitig, dem Peloton davonzufahren, blieb jedoch ohne Erfolg. Erst nach gut 80 Kilometern konnte sich eine Gruppe vor dem Feld etablieren, aus dieser heraus fuhr Healy bei der ersten Überfahrt über den I Cappuccini dem Feld davon.
Bereits vor dem Start zur achten Etappe musste der Italiener Filippo Ganna das Rennen verlassen. Der zweimalige Zeitfahrweltmeister vom Spitzenteam Ineos Grenadiers wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Nach Clement Russo (Arkea-Samsic), Nicola Conci (Alpecin-Deceuninck) und Giovanni Aleotti (Bora-hansgrohe) ist Ganna der vierte Covid-Fall beim diesjährigen Giro. Auch Florian Stork (Bünde/Team DSM), am Freitag noch wichtiger Berghelfer für Leknessund, gab am Samstag auf.
Am Sonntag steht das zweite Einzelzeitfahren der Rundfahrt an. Die 35 komplett flachen Kilometer von Savignano sul Rubicone nach Cesena dürften Auftaktsieger Evenepoel die optimale Gelegenheit bieten, das Rosa Trikot zurückzuerobern. Am Montag folgt dann der erste Ruhetag.
D.Lopez--AT