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TTBL verurteilt "diffamierende Behauptungen" von Ovtcharov
Die Tischtennis-Bundesliga (TTBL) hat mit Unverständnis und Kritik auf Äußerungen des Olympia-Dritten Dimitrij Ovtcharov und dessen Klub TTC Neu-Ulm reagiert. Die Liga sprach in einer Stellungnahme von "diffamierenden Behauptungen" gegen Aufsichtsratschef Andreas Preuß, der zugleich als Manager für Neu-Ulms Ligakonkurrenten Borussia Düsseldorf tätig ist.
Die "völlig abwegigen und ohne jeden Beweis vorgebrachten Behauptungen" über einen angeblichen Interessenkonflikt oder gar eine persönliche Vorteilsnahme durch Preuß seien "besonders befremdlich", so die TTBL.
Ovtcharov hatte am Montagabend auf Instagram seinen Abschied aus der TTBL angedeutet. Wenige Stunden zuvor hatte der 34-Jährige in einem Posting zudem die Liga scharf angegriffen, diese Kritik löschte Ovtcharov jedoch später wieder. Dabei bemängelte er die Doppelrolle von Preuß, die die TTBL wiederum mit Verweis auf den Aufsichtsrat der Deutschen Fußball Liga (DFL) als "absolut üblich im organisierten Sport" bezeichnete.
Man nehme die Löschung des Beitrags zur Kenntnis, "nichtsdestotrotz hat Dimitrij Ovtcharov hier in völlig haltloser Weise Dinge in die Welt gesetzt, die auch dem Ansehen unserer Organisation Schaden zufügen kann", so die Liga. Man behalte sich weitere Schritte in dieser Angelegenheit ausdrücklich vor.
Hintergrund der Kontroverse sind von der Liga ausgesprochene Sanktionen gegen Ovtcharovs Teamkollegen Truls Möregardh und Lin Yun-Ju. Die beiden Top-Spieler sind hauptsächlich für Einsätze außerhalb der Bundesliga vorgesehen, waren nach dem Pokalgewinn Anfang Januar aber für ausländische Klubs im Einsatz.
Ein ordnungsgemäßer Wechsel zu einem anderen Verein zur Rückrunde der Saison 2022/23 wäre aber nur bei fristgerechter Antragsstellung zum 1. Januar möglich gewesen. Ein entsprechender Antrag war nicht erfolgt.
Einen Antrag beider Spieler nach dem Pokalsieg, die Lizenzvereinbarung zu widerrufen, um sich außerhalb der Wechselfrist einem anderen Verein anzuschließen, lehnte die Liga ab. Weil Möregardh und Yun-Ju dennoch für Klubs in Japan und Schweden zum Einsatz kamen, sperrte die Liga sie für zehn Spiele und sprach eine Vertragsstrafe von jeweils 10.000 Euro aus.
TTBL-Geschäftsführer Nico Stehle sprach von einer "notwendigen und angemessenen Sanktion" und "vorsätzlichen Regelbrüchen. Unsere Regeln schützen die Integrität unseres Wettbewerbes und sind nicht willkürlich zu beugen oder gar zu brechen." Das Verhalten der Neu-Ulmer sei zudem "absolut unverständlich", weil diese sich im vergangenen November zusammen mit den anderen Klubvertretern einstimmig gegen eine mehrfache Spielberechtigung während einer Saison ausgesprochen hätten.
Neu-Ulms Vereinsboss Florian Ebener hatte den Regelbruch zuletzt grundsätzlich eingeräumt, dennoch ist es zum Streit gekommen. "Dass sie gegen den Vertrag verstoßen haben, das wussten wir. Wir haben die Verträge vorher auch gecheckt. Wir haben einfach eine andere Interpretation der Verträge über die Konsequenzen", hatte er im Bayrischen Rundfunk gesagt.
Ch.Campbell--AT