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"Das enttäuscht mich": Gislason kritisiert Einstellung
Bundestrainer Alfred Gislason hat dem deutschen Handball in Bezug auf seine Nationalmannschaft angesichts einiger prominenter Absagen in der Vergangenheit ein Einstellungsproblem attestiert. "Ja, schon ein bisschen. Ich weiß nicht, woran es liegt", antwortete Gislason auf eine entsprechende Frage im SID-Gespräch. Am Freitag wird der Isländer seinen 18 Spieler umfassenden Kader für die WM im Januar benennen, einige potenzielle Leistungsträger stehen nicht zur Verfügung.
"Ich verstehe Spieler, die schon sehr lange Bundesliga spielen. Die Saison ist sehr lang, es gibt relativ wenig Zeit für die Familie", sagte Gislason und führte aus: "Nur: Es gibt auch viele, viele Spieler - gerade die Skandinavier, die Schweden, Dänen, Norweger und Isländer - die schon in jungen Jahren in die Bundesliga gekommen und genauso lange dabei sind wie die deutschen Spieler. Und keiner von ihnen sagt, er will nicht zur Nationalmannschaft. Wirklich keiner. Ich kann mich an keinen einzigen bei den Skandinaviern erinnern, der sagt, er stehe nicht zur Verfügung. Deutsche Spieler machen das. Deswegen ist es teilweise schon schwer nachzuvollziehen, dass der ein oder andere deutsche Spieler nicht zur Verfügung steht. Das enttäuscht mich. Wenn ein Spieler dann immer wieder absagt, muss sich ein Trainer die Frage stellen, wie sehr er sich auf den Spieler verlassen kann. Andere Spieler haben wiederum abgesagt, weil sie angeschlagen waren oder chronische Probleme haben wie beispielsweise Hendrik Pekeler. Das muss man verstehen."
Jüngste prominente Absage eines DHB-Spielers für das Turnier in Polen und Schweden vom 11. bis 29. Januar ist Fabian Wiede. Der Rückraumspieler vom Bundesliga-Tabellenführer Füchse Berlin unterzieht sich zu Beginn des kommenden Jahres einem geplanten Eingriff am Kiefer. Kreisläufer Pekeler vom THW Kiel befindet sich in einer Nationalmannschaftspause.
Automatisch schließen will Gislason die Tür für Nationalspieler nicht, die von sich aus beim DHB absagen. "Nein. Aber wenn jemand immer dabei ist, sehr gute Leistungen bringt und wertvoll für die Mannschaft ist, dann muss man das auch anerkennen und belohnen", sagte der 63-Jährige. Am Ende werde er als Trainer am Erfolg gemessen, "und da versuche ich die besten Spieler bestmöglich einzusetzen. Die Dichte an der Spitze ist enorm hoch, vom siebten Platz wie bei der letzten EM und Platz vier und fünf. Und auch noch weiter nach oben."
D.Lopez--AT