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Mindestens 14 Tote bei russischem Angriff auf ukrainischen Bahnhof
Bei einem russischen Drohnenangriff auf den Bahnhof von Dnipro in der Ukraine sind nach Behördenangaben mindestens 14 Menschen getötet worden. 14 weitere Menschen wurden den Angaben vom Donnerstag zufolge verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem "schrecklichen" Angriff und forderte die westlichen Partner zum Handeln auf. Sanktionen gegen Moskau dürften nicht gelockert werden, solange der Krieg anhalte.
Der staatliche Eisenbahnbetreiber erklärte, eine russische Drohne habe einen Bahnsteig am Bahnhof von Dnipro getroffen. An dem Bahnsteig habe ein Zug in Richtung Saporischschja gestanden. Trotz eines Luftalarms hätten sich Menschen auf dem Bahnsteig aufgehalten.
Nach Angaben des Chefs der Militärverwaltung von Dnipropetrowsk, Oleksandr Ganscha, trugen sechs Menschen schwere Verletzungen in Form von "mehreren Splitterverletzungen" davon. Unter ihnen seien ein elfjähriger Junge und ein Mann, dem "beide Beine amputiert wurden".
Die ukrainische Luftwaffe erklärte, sie habe drei Jet-Drohnen abgefangen. Eine vierte habe jedoch nicht abgewehrt werden können und habe den Bahnhof getroffen.
Auf in Online-Netzwerken verbreiteten Bildern sind Leichen zu sehen, die am Bahnsteig liegen. Polizisten knien neben ihnen, Rettungskräfte transportieren blutüberströmte Verletzte ab.
Die USA und Russland hatten sich Anfang Oktober auf umstrittene russische Diesellieferungen geeinigt, die durch Lockerungen der US-Sanktionen ermöglicht werden. Als Selenskyj den Diesel-Deal kritisierte, forderte US-Präsident Donald Trump dessen Ablösung.
Am Donnerstag bekräftigte Selenskyj seine Kritik an der Einigung zwischen Moskau und Washington. "Wie viele solcher Terrorangriffe hat Russland gegen unser Volk verübt, seit Sanktionen gegen einige russische Oligarchen und den Energiesektor aufgehoben wurden, anstatt zu deeskalieren", fragte er.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron äußerte sich bestürzt nach dem Angriff auf den Bahnhof von Dnipro im Südosten der Ukraine. Russland setze weiterhin auf Eskalation und nehme Zivilisten ins Visier, erklärte Macron im Onlinedienst X.
Bei weiteren russischen Angriffen wurden am Donnerstag in der Ukraine nach örtlichen Behördenangaben zudem mindestens sechs Menschen getötet: drei in Krementschuk im Zentrum des Landes, zwei in Tschernihiw im Norden des Landes und ein Mensch in der Region Saporischschja im Südosten der Ukraine.
Russland greift seit Beginn seines Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 häufig Züge und Bahnhöfe an. Hunderte Lokomotiven wurden zerstört sowie Bahnmitarbeiter und Passagiere getötet. Allein im September mussten mehr als 5800 Züge wegen drohender Angriffe evakuiert werden, wie die ukrainische Bahn Anfang des Monats gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärte.
Seit der Einstellung des Flugverkehrs wegen des Krieges ist das ukrainische Eisenbahnnetz unverzichtbar für den Personen- und Güterverkehr im Land sowie für die Ein- und Ausreise geworden.
N.Mitchell--AT