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USA greifen Iran in siebter Nacht in Folge an - Teheran attackiert Golfstaaten
Die USA haben den Iran die siebte Nacht in Folge mit einer Angriffswelle überzogen. Laut iranischen Staatsmedien wurden dabei in der Nacht zum Samstag in der südlichen Provinz Hormusgan drei Menschen getötet und acht weitere verletzt. Der Iran attackierte seinerseits erneut Ziele in mehreren Golfstaaten. Die Revolutionsgarden stoppten nach eigenen Angaben vier Schiffe in der Straße von Hormus.
Nach Angaben des für die Region zuständigen US-Regionalkommandos Centcom galten die jüngsten Angriffe im Iran Überwachungsstandorten, militärischer Logistikinfrastruktur, unterirdischen Waffenlagern und maritimen Fähigkeiten. Iranische Medien meldeten Explosionen in mehreren Landesteilen, darunter in der zentraliranischen Stadt Jasd.
Die iranischen Streitkräfte griffen ihrerseits erneut mehrere mit den USA verbündete Golfstaaten an. Besonders schwere Folgen hatten die Angriffe in Kuwait: Bei der Attacke auf eine Ölanlage wurden nach Angaben des staatlichen Unternehmens Kuwait Petroleum Corporation mehrere Menschen verletzt und erhebliche Sachschäden angerichtet. Die Anlage sei evakuiert und die Verletzten medizinisch versorgt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Kuna.
Getroffen wurde zudem erneut eine kuwaitische Anlage zur Stromerzeugung und Meerwasserentsalzung. Der Angriff löste nach Angaben des Strom- und Wasserministeriums einen Brand aus, mehrere Produktionseinheiten wurden vorsorglich außer Betrieb genommen. Bereits am Freitag war eine ähnliche Anlage beschädigt worden.
Die kuwaitische Feuerwehr teilte mit, die iranischen Angriffe hätten Brände an zwei Orten ausgelöst. Dabei seien mehrere Feuerwehrleute und ein Arbeiter verletzt worden. Wegen der Raketen- und Drohnenangriffe wurde der Flugverkehr am internationalen Flughafen von Kuwait zeitweise ausgesetzt. Die staatliche Fluggesellschaft plante den Großteil ihrer Verbindungen um.
Das kuwaitische Außenministerium warf dem Iran ein "systematisches feindseliges Vorgehen" gegen zivile Ziele und wichtige Infrastruktur vor. Die wiederholten Angriffe gefährdeten das Leben und die Sicherheit von Zivilisten, hieß es.
In Bahrain erklärte die Armee, eine weitere iranische Angriffswelle abgewehrt zu haben. Seit dem Morgengrauen seien fünf Mal Luftschutzsirenen ausgelöst worden. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP in der Hauptstadt Manama hörte nach dem Alarm Explosionen.
Nach Angaben der iranischen Armee galten die Angriffe dem von den USA genutzten Luftwaffenstützpunkt Issa im Süden Bahrains. Ziel seien Hangars, Abstellflächen und Treibstofflager des US-Militärs sowie mehrere Verbindungsbrücken gewesen.
In Jordanien griff der Iran nach eigenen Angaben Treibstofftanks auf dem US-Stützpunkt Al-Asrak an. Die jordanische Armee erklärte, zehn iranische Raketen abgeschossen zu haben. Verletzte oder Schäden habe es nicht gegeben.
In der Straße von Hormus hinderten die Revolutionsgarden nach eigenen Angaben vier Schiffe mit einem kombinierten Raketen- und Drohneneinsatz an der Durchfahrt. Zwei Öltanker seien zudem auf Minen aufgefahren, "explodiert" und in Brand geraten. Angaben zur Herkunft der Schiffe oder zu möglichen Opfern machte Teheran nicht.
Das US-Regionalkommando Centcom wies die Angaben zu den Tankern zurück. "Dies ist - wie die meisten Behauptungen der Revolutionsgarden - falsch", erklärte Centcom im Onlinedienst X. Die für den internationalen Handel äußerst wichtige Meerenge ist nach einer kurzzeitigen Öffnung seit rund einer Woche wieder weitgehend geschlossen.
Ein hochrangiger Militärberater des obersten iranischen Führers Modschtaba Chamenei hatte schon vor der jüngsten US-Angriffswelle mit "großangelegten Offensiveinsätzen" gedroht, sollten die US-Angriffe noch zwei oder drei Tage andauern. Der Iran werde sich dann nicht mehr auf gleichartige Vergeltungsangriffe beschränken, sagte Mohsen Resai laut Staatsmedien.
Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen mit dem Ziel unterzeichnet, binnen 60 Tagen ein Friedensabkommen zu schließen. Trotz der erneuten Eskalation dauern die Vermittlungsbemühungen an, ein Durchbruch ist bislang aber nicht in Sicht.
O.Gutierrez--AT