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Berichte über Anti-Regierungs-Sprechchöre in Teheran
Nach Großkundgebungen der iranischen Exil-Opposition in mehreren Städten weltweit sind in Teheran Sprechchöre gegen das geistliche Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei und für den 1979 gestürzten Schah zu hören gewesen. Menschen in dem Viertel Ekbatan im Osten der iranischen Hauptstadt skandierten am Sonntag "Tod Chamenei", "Tod der Islamischen Republik" und "Lang lebe der Schah" von ihren Balkonen, wie der Nutzer Schahrak Ekbatan, der die Gegend beobachtet, in Onlinediensten berichtete.
Dem persischsprachigen TV-Sender Iran International zufolge, der aus dem Ausland berichtet, fanden ähnliche Protestaktionen in weiteren Teilen Teherans statt. In von dem Sender verbreiteten Aufnahmen riefen Menschen "Das ist die letzte Schlacht, Pahlavi kommt zurück" und "Tod den Garden" mit Blick auf die iranischen Revolutionsgarden. Demnach kam es auch in Schiras im Süden des Landes sowie in Arak im Zentrum zu regierungskritischen Sprechchören. Die Nachrichtenagentur AFP konnte die Videos zunächst nicht verifizieren.
Am Wochenende waren in mehreren Städten weltweit tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Führung in Teheran zu demonstrieren. In München nahmen an einer Demonstration am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) nach Angaben der Polizei rund 250.000 Menschen teil. Bei der Kundgebung trat der Sohn des 1979 gestürzten letzten Schahs, Reza Pahlavi, auf und bekundete seinen Willen, den "Übergang zu einer säkularen, demokratischen Zukunft" des Iran anzuführen.
Auch in Los Angeles, Washington und Toronto folgten tausende Menschen der Aufforderung nach Solidaritätsbekundungen mit den Protestteilnehmern im Iran. Pahlavis Büro zufolge demonstrierten weltweit mehr als eine Million Menschen. Diese Zahl ließ sich zunächst nicht verifizieren.
Für Dienstag sind in Genf neue Atomgesprächen zwischen dem Iran und den USA geplant. Washington und Teheran hatten ihre indirekten Gespräche am 6. Februar wieder aufgenommen. US-Präsident Donald Trump droht Teheran mit einem Militäreinsatz, sollte es nicht zu einer Einigung im Atomstreit kommen. Der US-Präsident entsandte einen zweiten Flugzeugträger in die Region, um den militärischen Druck noch zu erhöhen.
Während Teheran ausschließlich über sein Atomprogramm und die Aussetzung von Sanktionen verhandeln will, pochen die USA und Israel auch auf Verhandlungen über das iranische Raketenprogramm sowie Teherans Unterstützung für Milizen in Nahost, darunter die Hisbollah im Libanon und die islamistische Hamas im Gazastreifen.
Die regierungskritischen Proteste im Iran hatten am 8. und 9. Januar ihren Höhepunkt erreicht. Sie wurden von den iranischen Behörden brutal niedergeschlagen. Die in den USA ansässige Menschenrechtsorganisation Hrana bestätigte inzwischen mindestens 7010 Todesopfer, die meisten von ihnen Demonstranten. Mehr als 53.845 Menschen wurden demnach festgenommen.
H.Gonzales--AT