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Pistorius und Selenskyj eröffnen deutsch-ukrainische Drohnenproduktion
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj haben die gemeinsame Kampfdrohnen-Produktion Deutschlands und der Ukraine offiziell eröffnet. Bei einem Besuch im oberbayerischen Gauting nahmen beide am Freitag die erste in Deutschland produzierte Drohne eines Joint Ventures der deutschen Firma Quantum Systems und des ukrainischen Unternehmens Frontline Robotics in Empfang. Pistorius bekräftigte das Ziel, bis Jahresende 10.000 dieser Drohnen herzustellen.
Bei einem gemeinsamen Pressetermin mit Selenskyj sagte Pistorius, es gebe bei der Produktionsmenge "keine wirklichen Begrenzungen am Ende, außer denen der Kapazitäten der Firma". Pistorius wie Selenskyj erklärten, die Mehrzweckdrohne mit dem Namen "Linza" werde bereits in der Ukraine eingesetzt. "Sie ist für Kampfeinsätze geeignet, außerdem zur Aufklärung und zur logistischen Unterstützung", erklärte Pistorius.
Pistorius hob hervor, die Kooperation mit der Ukraine sei auch für Deutschland strategisch bedeutsam. Man lerne "von den unfassbar großen Datenmengen und den vielen Erfahrungen, die auf dem Gefechtsfeld in der Ukraine gesammelt werden". Joint Ventures wie jene zwischen Quantum und Frontline seien "die Blaupause", um schneller und effizienter Rüstungsgüter bereitzustellen.
Selenskyj bezeichnete die deutsch-ukrainische Drohnenproduktion als "großartiges Ereignis" - und bekräftigte seinen Dank an Deutschland für die Unterstützung im Kampf gegen den russischen Angriffskrieg. Europa benötige "eine sehr starke, unabhängige Verteidigungsindustrie". Mit den USA soll es "Partnerschaften" geben, sagte Selenskyj und fügte an: "Aber das ist unser Kontinent. Und jetzt herrscht der größte Landkrieg der vergangenen 80 Jahre. Deshalb denke ich, dass Europa unabhängig sein muss."
Deutschland und die Ukraine hatten ihre verstärkte Rüstungszusammenarbeit einschließlich des Drohnen-Joint-Ventures im vergangenen Dezember bekanntgegeben. Bereits damals war die Zielmenge von 10.000 Drohnen festgelegt worden.
A.Anderson--AT