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Marine-Inspekteur warnt vor wachsender russischer Bedrohung auf See
Der Inspekteur der Deutschen Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, hat vor einer zunehmenden Bedrohung durch Russland auf See gewarnt. "Die Bedrohung ist real", sagte Kaack der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochsausgabe). Besonders in der Ostsee habe die Aggressivität in den vergangenen zwei Jahren zugenommen, sagte der Vizeadmiral. Die Marine beobachte vermehrt tief anfliegende russische Flugzeuge über Nato-Schiffen und aggressivere Annäherungen.
Das sei "gefährlich, denn dadurch kann es leicht zu einer Eskalation durch Zufall kommen", sagte Kaack. Die russischen Streitkräfte wüchsen sowohl an Menschen als auch an Fähigkeiten, die im Ukraine-Krieg täglich erprobt würden.
Um Eskalationen zu verhindern, bereite man die Kommandantinnen und Kommandanten gezielt auf solche Situationen vor. Es gebe klare Verhaltensregeln, sagte Kaack. Zudem würden diese Szenarien in militärischen Planspielen regelmäßig durchgespielt.
Positiv bewertete der Marineinspekteur die Nato-Mission "Baltic Sentry", die vor einem Jahr zum Schutz von Pipelines und Unterseekabeln in der Ostsee gestartet ist. Immer wieder hatte es dort Sabotageakte von Schiffen mit Verbindungen zu Russland etwa an Unterseekabeln gegeben. Die Reaktionszeit bei verdächtigen Ereignissen habe von 17 Stunden auf eine Stunde verkürzt werden können, sagte Kaack.
Als größtes Problem nannte Kaack den Personalmangel in den Seestreitkräften. "Das größte Defizit ist, dass wir nicht genug Menschen haben", sagte er der "SZ". Kaack setzt auf den neuen freiwilligen Wehrdienst: "2026 wird unser Jahr des Aufwuchses, ein Jahr des Aufbruchs."
P.Smith--AT