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Israel öffnet vorübergehend neue Fluchtroute für Bewohner der Stadt Gaza
Die israelische Armee hat angesichts ihrer Großoffensive die Öffnung einer neuen, zeitlich begrenzten Evakuierungsroute für Bewohner der Stadt Gaza angekündigt. Ab Mittwochmittag um 12.00 Uhr (Ortszeit, 11.00 Uhr MESZ) werde eine Fluchtroute "entlang der Straße Salah al-Din und südlich vom Wadi Gaza geöffnet", erklärte der Armeesprecher Avichay Adraee am Mittwoch im Onlinedienst X. Die Route werde "nur für 48 Stunden geöffnet" und am Freitag um 12.00 Uhr (Ortszeit, 11.00 Uhr MESZ) wieder geschlossen.
Zuvor waren die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Gaza von der israelischen Armee aufgefordert worden, die Stadt über die Küstenstraße nach Süden in Richtung einer "humanitären Zone" zu verlassen. Die nun als Fluchtroute freigegebene Straße Salah al-Din verläuft von Norden nach Süden durch das Zentrum des Gazastreifens.
Die israelische Armee hatte am Dienstag eine Großoffensive mit Bodentruppen in der Stadt Gaza gestartet. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, die israelische Armee gehe "mit eiserner Faust" gegen "terroristische Infrastruktur" in der Stadt Gaza vor. Die Ausweitung der israelischen Offensive löste international scharfe Kritik aus, auch von der Bundesregierung.
Nach Angaben der israelischen Streitkräfte von Mittwoch flohen bislang "über 350.000" Menschen aus der Stadt Gaza nach Süden. Rund eine Million Menschen lebten laut Schätzungen der Vereinten Nationen von Ende August in der Stadt und ihrer Umgebung.
Die islamistische Hamas und ihre Verbündeten hatten Israel am 7. Oktober 2023 überfallen und damit den Gaza-Krieg ausgelöst. Bei dem Großangriff wurden nach israelischen Angaben mehr als 1200 Menschen getötet, 251 weitere wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Noch immer werden 47 Menschen von der Hamas festgehalten, 25 von ihnen sind nach israelischen Angaben bereits tot.
Als Reaktion auf den Hamas-Überfall geht Israel massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben der Hamas-Behörden bislang mehr als 64.900 Menschen getötet.
R.Chavez--AT