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US-Militärvertreter als Beobachter bei Manöver von Belarus und Russland
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Spannungen zwischen Russland und der Nato haben US-Militärvertreter am Montag auf Einladung von Belarus das Militärmanöver "Sapad-2025" (West-2025) verfolgt. "Die besten Aussichtsplätze sind für Sie", sagte der belarussische Verteidigungsminister Viktor Chrenin dem US-Militärattachée Bryan Shoupe bei einem Besuch des russisch-belarussischen Manövers in der Stadt Baryssau östlich der Hauptstadt Minsk.
Besuche von US-Armeeangehörigen bei Manövern, die von Russland oder seinen Verbündeten abgehalten werden, sind selten, besonders seit der russischen Invasion der Ukraine im Februar 2022. Der US-Vertreter Shoupe dankte dem belarussischen Verteidigungsminister Chrenin "für die Einladung" und schüttelte ihm die Hand. Auch Vertreter von 22 anderen Ländern, darunter die Nato-Mitglieder Türkei und Ungarn, beobachteten das Manöver.
Belarus lud zudem Dutzende ausländische Journalisten und TV-Teams zu der choreographierten Militärveranstaltung ein. Zu den Militärübungen in der Ostsee und der Barentssee, die ebenfalls Teil des Manövers "Sapad-2025" sind, sowie zu den Bodenübungen in der westbelarussischen Region Grodna an der Grenze zu Polen und Litauen wurden sie jedoch nicht eingeladen.
Nach Angaben aus Minsk nehmen rund 7000 Soldaten an dem Manöver teil - 6000 aus Belarus und 1000 aus Russland.
Die Nato erklärte, von den Übungen gehe keine "unmittelbare militärische Bedrohung" aus. Sie beobachte das Militärmanöver jedoch genau.
Das noch bis Dienstag dauernde Manöver beunruhigt vor allem die östlichen Nato-Mitgliedstaaten, nachdem in den vergangenen Tagen russische Drohnen in den polnischen und rumänischen Luftraum eingedrungen waren.
Polen, Litauen und Lettland haben wegen des Manövers ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft und den Flugverkehr eingeschränkt. Polen ordnete zudem die Schließung seiner Grenze zu Belarus an.
Polens Außenminister Radoslaw Sikorski informierte am Montag seinen chinesischen Kollegen Wang Yi in Warschau über die vorübergehende Grenzschließung, wie ein Sprecher des polnischen Außenministeriums mitteilte. "In unserer Region ist die Logik der Sicherheit wichtiger als die Logik des Handels", sagte der Sprecher. "Es ist schwer, Freihandel zu betreiben, wenn eine Grenze nicht sicher ist." Eine von der Grenzschließung betroffene Eisenbahnlinie ist eine der wichtigsten Handelsrouten Chinas nach Europa.
N.Walker--AT