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Bericht: Mehr als 1200 Ukrainer von russischen Streubomben getroffen
Seit Beginn des Ukraine-Krieges sind nach Angaben eines internationalen Bündnisses über tausend ukrainische Zivilistinnen und Zivilisten von russischen Streubomben getroffen worden. Mehr als 1200 Menschen seien durch die umstrittene Waffe getötet oder verletzt worden, erklärte das Bündnis Cluster Munition Coalition (CMC) am Montag in seinem Jahresbericht. Die Ukraine verzeichne weltweit die höchste Opferzahl durch Streumunition, was "beunruhigende Rückschläge" bei den weltweiten Bemühungen zur Abschaffung der tödlichen Waffen darstelle.
Bei Streumunition handelt es sich um Bomben oder Raketen, die eine Vielzahl von Sprengsätzen freisetzen. Viele davon explodieren nicht gleich, sondern mitunter erst Jahre später. Auf diese Weise vermint Streumunition große Flächen und stellt eine langfristige Gefahr für Zivilisten, Rettungskräfte und Räumpersonal dar.
Laut dem CMC-Bericht wurden 2024 weltweit 314 Opfer von Streumunition gemeldet, davon allein 193 in der Ukraine. Seit Kriegsbeginn seien 1200 Menschen in dem Land durch Streumunition verletzt oder getötet worden, ein Großteil davon im Jahr 2022.
Die gemeldeten Opferzahlen seien jedoch nur "die Spitze des Eisbergs", sagte CMC-Chef Loren Persi vor Journalisten in Genf. "Alles deutet darauf hin, dass es mindestens hunderte, wenn nicht tausende weitere Opfer" gegeben habe.
Laut dem CMC-Bericht wurden seit Kriegsbeginn "umfangreiche" Angriffe der russischen Streitkräfte mit den weitgehend verbotenen Streubomben dokumentiert, allein im vergangenen Jahr seien 40 gezählt worden. Auch die ukrainischen Streitkräfte haben nach Erkenntnissen der CMC bei verschiedenen Gelegenheiten Streubomben eingesetzt.
Weder Russland noch die Ukraine gehören zu den 110 Unterzeichnerstaaten der Konvention, mit welcher der Einsatz und der Transport, die Produktion und Lagerung von Streubomben verboten werden.
T.Wright--AT