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Auch deutsche Kampfflugzeuge im Einsatz: Russische Drohne in rumänischem Luftraum
Nach dem Eindringen einer russischen Drohne in den rumänischen Luftraum sind auch deutsche Eurofighter aufgestiegen. Es seien zwei rumänische F-16-Kampfflugzeuge gestartet, zudem hätten "zwei Eurofighter Typhoon-Flugzeuge" aus Deutschland bei der Luftraumüberwachung geholfen, erklärte am Sonntag das Verteidigungsministerium in Bukarest. Seinen Angaben zufolge war am Samstagabend während eines russischen Angriffs auf die benachbarte Ukraine eine Drohne in den rumänischen Luftraum eingedrungen.
"Solche Vorfälle zeigen den mangelnden Respekt der Russischen Föderation gegenüber dem Völkerrecht", erklärte das rumänische Verteidigungsministerium. Es verurteilte "das unverantwortliche Vorgehen", das "eine neue Herausforderung für die regionale Sicherheit und Stabilität in der Schwarzmeerregion" darstelle.
Nach dem Eindringen der russischen Drohne stiegen laut dem rumänischen Verteidigungsministerium zwei F-16-Kampfflugzeuge der Armee auf und verfolgten das unbemannte Flugobjekt. Die Drohne iranischer Bauart sei etwa 50 Minuten lang im rumänischen Luftraum gekreist und habe diesen dann in der Nähe der Stadt Pardina in Richtung Ukraine verlassen. Rumäniens Kampfflugzeuge seien "von den deutschen Verbündeten mit zwei Eurofighter Typhoon unterstützt" worden, welche die Lage überwachten.
Die Drohne habe keine besiedelten Gebiete überflogen und keine unmittelbare Bedrohung für die Sicherheit der Bevölkerung dargestellt, betonte das Verteidigungsministerium. Außenministerin Oana Toiu kündigte an, sie werde Russlands Vorgehen in der UN-Generalversammlung zur Sprache bringen. Der russische Botschafter in Bukarest sei aus Protest gegen den Vorfall einbestellt worden. Aus Moskau gab es zunächst keine Reaktion.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, das Vorgehen Moskaus stelle eine "eklatante Verletzung der Souveränität der EU und eine ernsthafte Bedrohung der regionalen Sicherheit" dar. "Wir arbeiten eng mit Rumänien und allen Mitgliedstaaten zusammen, um das EU-Gebiet zu schützen." Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnte: "Diese rücksichtslose Eskalation bedroht die regionale Sicherheit."
Auch in Polen waren wegen russischer Drohnenangriffe an der Grenze zur Ukraine am Samstag erneut Hubschrauber und Kampfflugzeuge der Armee und von Nato-Verbündeten aufgestiegen. Zuvor waren in der Nacht zum Mittwoch mindestens 19 russische Drohnen in den Luftraum des Nato-Mitglieds eingedrungen, mehrere davon wurden abgeschossen.
Polen und seine Verbündeten verurteilten den Vorfall als gezielte Provokation gegen das gesamte westliche Militärbündnis. Unter anderem Deutschland und Frankreich kündigten als Reaktion eine Verstärkung ihres Beitrags zur Luftverteidigung Polens entlang seiner Ostgrenze zur Ukraine und Belarus an, die Nato verkündete einen Einsatz zur Stärkung der Nato-Ostflanke.
Einer Umfrage zufolge fürchtet eine Mehrheit der Deutschen, dass Russland in naher Zukunft einen Nato-Staat wie Polen oder Litauen angreifen könnte. Laut der Insa-Befragung für die "Bild am Sonntag" fürchten das 62 Prozent der Befragten, nur 28 Prozent rechnen nicht mit einem solchen Angriff. Eine Mehrheit der Befragten sprach sich für eine härtere Gangart gegenüber Russland aus: 49 Prozent der Deutschen sind laut der Umfrage der Überzeugung, dass alle Lieferungen von Gas und Öl aus Russland in die EU sofort gestoppt werden sollten.
US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag seine Bereitschaft zu schärferen Sanktionen gegen Russland bekundet. Er machte aber zur Bedingung, dass alle Nato-Verbündeten den Kauf von russischem Öl stoppen. Der US-Präsident bezeichnete es als "schockierend", dass Nato-Staaten weiterhin Erdöl von Russland kaufen, da dies ihre Verhandlungsposition gegenüber Moskau schwäche.
Y.Baker--AT