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Wadephul würdigt "geduldige Arbeit" der Diplomatie angesichts multipler Krisen
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat zum Auftakt der Botschafterkonferenz des Auswärtigen Amts die deutschen Diplomatinnen und Diplomaten auf aktuelle Herausforderungen eingeschworen. "Sie sind die Augen und Ohren Deutschlands in der Welt", sagte Wadephul laut der AFP vorliegenden Rede am Montagmorgen in Berlin. In Zeiten, in denen wir "einen Krieg in Europa" erleben und "Russland unsere Sicherheitsordnung" attackiere, sei die "geduldige Arbeit vor Ort", das "Da-Sein und Dabei-Sein" der Diplomatie wichtiger denn je.
"In der Ukraine entscheidet sich die Zukunft Europas", sagte der Bundesaußenminister. "Dort wird sich zeigen, ob auf dem europäischen Kontinent Grenzen mit Gewalt verschoben werden können." Die Bundesrepublik werde ihren "Teil zu Sicherheitsgarantien für die Ukraine beitragen". Zugleich müsse Deutschland "viel stärker selbst die Verantwortung für unsere Sicherheit übernehmen".
Neben dem russischen Angriffskrieg erinnerte der Bundesaußenminister an die "Gleichzeitigkeit von Großkonflikten" und bezog sich auf die "schrecklich Lage in Gaza", die "größte humanitäre Krise, die wir derzeit auf der Welt sehen" im Sudan sowie die Situation von Staaten, die akut von den Folgen des Klimawandels bedroht sind. Da "selbst Verantwortung übernehmen Geld kostet", müsse dies auch in den Haushaltsdebatten berücksichtigt werden, sagte Wadephul.
Bei dem viertägigen Arbeitstreffen der Leiterinnen und Leiter der rund 230 deutschen Auslandsvertretungen soll bis Donnerstag unter dem Motto "Sicherheit, Freiheit, Wohlstand" über eine entsprechende Fokussierung der deutschen Außenpolitik diskutiert werden.
"Sicherheit entsteht in der heutigen Bedrohungslage aus Abschreckung und Verteidigung, aus Bündnisübungen und Sicherheitsgarantien", sagte Wadephul. Dabei sei es von besonderer Bedeutung, "belastbare und flexible Beziehungen insbesondere zu Schlüsselstaaten mit geopolitischer oder geoökonomischer Gestaltungsmacht" zu knüpfen - gerade wenn diese Staaten "nicht in jedem Punkt unsere Werte teilen".
Anlässlich der deutschen Kandidatur für einen nicht-ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen für die Jahre 2027 und 2028 schwor Wadephul die Diplomatinnen und Diplomaten zudem darauf ein, in ihren Gastländern Überzeugungsarbeit für eine Stimme für die Bundesrepublik zu leisten.
Die deutschen Diplomaten treffen bei der Botschafterkonferenz auf Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft sowie von ausländischen Botschaften. Bundeskanzler Friedrich Merz will die Konferenz offiziell eröffnen - damit ist erstmals seit 25 Jahren ein Bundeskanzler bei der Botschafterkonferenz vertreten. Zum ersten Mal überhaupt hatte laut dem Auswärtigen Amt mit Gerhard Schröder (SPD) im Jahr 2000 ein Bundeskanzler die Botschafterkonferenz eröffnet.
Am Dienstag soll es bei der Konferenz um die deutsche Außenwirtschaft gehen. Dazu soll die finnische Außenministerin Elina Valtonen als Ehrengast eine Rede halten.
T.Wright--AT