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Roter Teppich und Applaus: Trump empfängt Putin in Alaska demonstrativ freundlich
Ein roter Teppich und demonstrative Freundschaftsbekundungen: In Alaska sind US-Präsident Donald Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin zu ihrem weltweit beachteten Gipfel zum Ukraine-Krieg zusammengekommen. Trump empfing Putin am Freitag auf einem roten Läufer auf dem Flugfeld eines US-Militärstützpunkts in Anchorage. Der US-Präsident applaudierte Putin, während der jahrelang vom Westen geächtete Kreml-Chef auf ihn zulief. Dann schüttelten sich die beiden Präsidenten lange die Hand, lachten und sprachen miteinander.
Auf einem Podium mit der Aufschrift "Alaska 2025" gaben sich Trump und Putin erneut die Hand, bevor sie zusammen in Trumps gepanzerte Präsidentenlimousine stiegen. Kurze Zeit später begann der eigentliche Gipfel. Ort des Treffens ist die US-Militärbasis Elmendorf-Richardson, die größte in Alaska.
An der ersten Gesprächsrunde nahmen von US-Seite neben Trump Außenminister Marco Rubio und der Sondergesandte Steve Witkoff teil. Putin wurde von Außenminister Sergej Lawrow und Kreml-Berater Juri Uschakow flankiert. Im Hintergrund war vor Flaggen der USA und Russlands ein blaues Banner mit dem Gipfelmotto "Pursuing Peace" (den Frieden verfolgen) angebracht. Zu einem Arbeitsessen sollte die Runde später um andere Teilnehmer erweitert werden, wie Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sagte.
Es ist der erste bilaterale Gipfel zwischen Trump und Putin seit einem Treffen in der finnischen Hauptstadt Helsinki im Juli 2018. Für Putin ist es zudem der erste Empfang durch einen US-Präsidenten, seit er den Befehl zum russischen Großangriff auf die Ukraine im Februar 2022 gegeben hatte. Der Kreml-Chef wurde von den USA und ihren Verbündeten daraufhin jahrelang isoliert, der Internationale Strafgerichtshof erließ im März 2023 wegen Kriegsverbrechen sogar Haftbefehl gegen Putin. Kritiker werfen Trump deshalb vor, Putin erstmals wieder eine große Bühne zu bieten.
Trump hatte in den vergangenen Tagen wiederholt betont, das Gipfeltreffen mit Putin diene in erster Linie der Vorbereitung eines künftigen Dreiertreffens mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Es sollten keine Entscheidungen ohne die Ukraine gefällt werden. Beobachter befürchten allerdings, dass Putin den US-Präsidenten bei dem Treffen von seiner Sichtweise auf den Ukraine-Krieg überzeugen und ihm Zugeständnisse zu Ungunsten Kiews abringen könnte, etwa Gebietsabtretungen.
Trump hatte sich auf dem Flug nach Alaska zuversichtlich über den Gipfel geäußert: "Ich denke, etwas wird dabei herauskommen", sagte der Präsident. Er sprach von gegenseitigem "Respekt". Der nicht eingeladene ukrainische Präsident Selenskyj forderte dagegen von Russland ein Ende des Angriffskriegs und betonte: "Wir zählen auf Amerika."
Selenskyj warf Russland vor, auch am Tag des Gipfeltreffens weiter zu "töten". Es gebe keine Signale aus Moskau, dass Russland den Krieg beenden wolle, sagte er in einer Videobotschaft.
Selenskyj hatte der russischen Armee kurz zuvor vorgeworfen, sie wolle Putin eine "günstigere" Position für die Verhandlungen in Alaska sichern - erleide dabei aber "bedeutsame Verluste". Russland hatte seine Angriffe auf die Ukraine kurz vor dem Gipfel verstärkt. Die ukrainische Armee eroberte derweil nach eigenen Angaben sechs Dörfer in der Region Donezk zurück.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte vor dem Treffen zu ernsthaften Friedensbemühungen aufgerufen. "Wir erwarten von Präsident Putin, dass er das Gesprächsangebot von Präsident Trump ernst nimmt und nach dem Treffen in Alaska ohne Bedingungen in Verhandlungen mit der Ukraine eintritt", betonte Merz. Der Kanzler und Selenskyj hatten am Mittwoch fünf Bedingungen für solche Gespräche formuliert. Dazu zählten ein Waffenstillstand und "robuste Sicherheitsgarantien" für Kiew.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert inzwischen seit dreieinhalb Jahren an. Die bisherigen Bemühungen um eine längere Waffenruhe waren ergebnislos geblieben. Trump hatte im Präsidentschaftswahlkampf behauptet, er könne den Krieg "in 24 Stunden" beenden. Je länger die Kämpfe aber dauerten, desto kritischer äußerte er sich über Putin.
Kurz vor dem Gipfel drohte Trump dem Kreml-Chef mit "sehr schwerwiegenden Konsequenzen", sollten die Angriffe auf die Ukraine nicht enden. Erst vor einer Woche hatte der US-Präsident ein Ultimatum an Putin allerdings folgenlos verstreichen lassen.
R.Garcia--AT