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Vier G7-Länder verbieten Gold-Import aus Russland
Vor Beginn des G7-Gipfels haben Großbritannien, die USA, Japan und Kanada eine Ausweitung ihrer Sanktionen gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs angekündigt. Die vier G7-Länder würden "in Kürze" ein Verbot der Einfuhr von russischem Gold in Kraft setzen, teilte die britische Regierung am Sonntag mit. Die US-Regierung erwartete, dass sich bis zum Gipfelende auch Deutschland und die anderen EU-Länder unter den G7 den Gold-Sanktionen anschließen.
Der Schritt werde "die russischen Oligarchen direkt treffen" und "das Herz der Kriegsmaschinerie" von Präsident Wladimir Putin angreifen, sagte Premierminister Boris Johnson vor dem Gipfel-Auftakt am Sonntagmittag auf Schloss Elmau in Bayern. "Wir müssen dem Putin-Regime den Geldhahn zudrehen."
Gold sei Russlands wichtigstes Exportgut außerhalb des Energiebereichs, erklärte die britische Regierung. Johnson will demnach bei dem Treffen die anderen Staaten drängen, sich dem Schritt anzuschließen, um Russland "weiter vom internationalen Finanzsystem zu isolieren".
Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter sagte zur Frage eines gemeinsamen Gold-Importstopps der G7 mit Blick auf den letzten Gipfeltag: "Sie werden das am Dienstag sehen. Das wird eine G7-Leitlinie sein."
Auch in der EU gibt es bereits Gespräche über Sanktionen gegen Russland im Gold-Handel. Bisher wurden aber keine offiziellen Beschlüsse dazu gefasst. Die EU-Länder unter den G7-Staaten sind neben Deutschland auch Frankreich und Italien. Unter den insgesamt 27 EU-Staaten müssen Sanktionen einstimmig beschlossen werden.
Bei dem dreitägigen Gipfel wollen die G7-Länder am Sonntagabend auch die Wirksamkeit ihrer bisherigen Sanktionen gegen Russland bewerten und über weitere Schritte beraten. Dabei geht es auch um den US-Vorschlag, eine Preisobergrenze für russisches Öl zu verhängen. Dies soll die Einnahmen Moskaus aus dem Rohöl-Export schmälern.
Die Gold-Sanktionen seien Teil "einer Reihe von Schritten, um den Druck auf Putin und Russland andauernd zu erhöhen", sagte der US-Regierungsvertreter. Mit Blick auf alle gemeinsamen Sanktionen der G7 sagte der US-Vertreter, diese hätten "dramatische Auswirkungen" auf die russische Wirtschaft, die dieses Jahr zweistellig schrumpfen werde.
Für 2021 gab die britische Regierung die russischen Goldausfuhren mit 12,6 Milliarden Pfund (14,6 Milliarden Euro) an. Der US-Regierungsvertreter sagte, Russland habe im Jahr 2020 noch Gold für fast 19 Milliarden Dollar (18 Milliarden Euro) exportiert. Dies seien fünf Prozent aller weltweiten Goldexporte gewesen. Hauptabnehmer seien mit 90 Prozent die G7-Staaten gewesen, wobei davon wiederum 90 Prozent nach Großbritannien gegangen sei. Die USA importierten demnach zuletzt nur noch Gold im Wert von unter einer Million Dollar pro Jahr.
"Sein Wert für die russische Elite ist in den letzten Monaten ebenfalls gestiegen, da die Oligarchen Goldbarren kaufen, um die finanziellen Auswirkungen der westlichen Sanktionen zu vermeiden", betonte die britische Regierung. Angesichts der zentralen Rolle Londons im internationalen Goldhandel und der parallelen Maßnahmen der USA, Japans und Kanadas werde der Importstopp "weltweite Auswirkungen haben und den Rohstoff von den offiziellen internationalen Märkten ausschließen".
K.Hill--AT