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Trump-Regierung: Harvard darf keine ausländischen Studenten mehr aufnehmen
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump verbietet der Harvard-Universität die Aufnahme ausländischer Studenten. Die Eliteuniversität nahe Boston habe dieses "Privileg verloren", schrieb Heimatschutzministerin Kristi Noem am Donnerstag an die Hochschule. Sie begründete dies unter anderem mit der "Weigerung" Harvards, ein sicheres Umfeld für jüdische Studierende zu schaffen und mit den "rassistischen" Richtlinien der Hochschule für Gleichstellung und Diversität.
Noem entzog der Eliteuni "mit sofortiger Wirkung" das Recht, Studierende über das Austauschprogramm SEVIS aufzunehmen, das vom Heimatschutzministerium verwaltet wird. Damit erhalten Studentinnen und Studenten keine Visa mehr. In Harvard kommt derzeit gut jeder vierte Student aus dem Ausland.
Harvard nannte das Vorgehen der Regierung "rechtswidrig" und sprach von einer "Vergeltungsaktion". Die Universität müsse weiter die Möglichkeit haben, internationale Studenten und Wissenschaftler aufzunehmen. Sie kämen aus mehr als 140 Ländern in der ganzen Welt und bereicherten die Universität und das Land "unermesslich".
Hintergrund ist ein erbitterter Streit zwischen Trump und der Eliteuni im Ostküstenstaat Massachusetts. Der Rechtspopulist hatte sie als "antisemitische, linksextreme Institution" bezeichnet und Harvard vorgeworfen, pro-palästinensische Proteste auf dem Campus zu dulden. Deshalb hatte seine Regierung Harvard bereits mehrjährige Zuschüsse in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) gestrichen. Die Universität hat die Regierung deshalb verklagt.
Die Trump-Regierung begründet ihr Vorgehen mit einer angeblich verfehlten "Ideologie" der Uni und Antisemitismus auf dem Campus. Der Vorwurf bezieht sich vor allem auf pro-palästinensische Demonstrationen an US-Universitäten wie Harvard oder der Columbia-Universität in New York seit dem Beginn des Gaza-Krieges am 7. Oktober 2023.
Harvard widersetzte sich jedoch - anders als die meisten US-Universitäten - den Forderungen der Regierung. Dazu gehört, Diversitätsabteilungen zu schließen und die Einwanderungsbehörde beim Durchleuchten der Studenten zu unterstützen. Universitätspräsident Alan Garber erklärte Mitte April, die Einrichtung verhandele "nicht über ihre Unabhängigkeit oder ihre verfassungsmäßigen Rechte".
Der frühere US-Präsident und Harvard-Absolvent Barack Obama hatte das Vorgehen Trumps scharf kritisiert. Er sprach von einem "gesetzeswidrigen und plumpen Versuch, die akademische Freiheit zu unterdrücken". Harvard gehört zu den renommierten Ivy-League-Universitäten und hat mehr als 160 Nobelpreisträger hervorgebracht.
Nicht völlig klar ist, was mit bereits eingeschriebenen ausländischen Studenten in Harvard passiert. Heimatschutzministerin Noem erklärte, sie müssten "wechseln, oder sie verlieren ihren rechtlichen Status".
Die Harvard-Studentin Alice Goyer sagte der Nachrichtenagentur AFP, an der Universität mache sich "Panik" breit. Sie habe von vielen ausländischen Freunden Nachrichten bekommen, sagte die junge Frau, die US-Staatsbürgerin ist. Goyer hofft, dass sich ihre Hochschule juristisch gegen die Anordnung des Heimatschutzministeriums wehrt.
K.Hill--AT