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Laschet: An Israels Stelle würde ich selbst Hilfslieferungen verteilen
Der künftige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Armin Laschet (CDU), hat Israel zu einem stärkeren Engagement für die notleidende Bevölkerung im Gazastreifen aufgerufen. "An israelischer Stelle würde ich ganz massiv Hilfslieferungen selbst hineinbringen, vielleicht sogar selbst verteilen", sagte er am Dienstag den Sendern RTL und ntv. Das würde der Welt zeigen, dass die humanitäre Hilfe ernst gemeint sei und gleichzeitig die radikalislamische Hamas bekämpft werden könne.
"Leider findet das nicht statt und deshalb braucht es ab und an solche Ermahnungen", sagte Laschet weiter. Israel hatte Anfang März eine Blockade sämtlicher humanitären Hilfslieferungen in das Palästinensergebiet verhängt, woraufhin Hilfsorganisationen wiederholt vor einer Hungerkatastrophe warnten. Am Montag wurden die Hilfslieferungen teilweise wieder aufgenommen.
Die Außenministerien von Deutschland und 21 weiteren Ländern forderten Israel am Montag zu einer vollständigen Wiederaufnahme der Hilfen auf. Frankreich, Großbritannien und Kanada drohten Israel zudem wegen seines "ungeheuerlichen" Vorgehens im Gazastreifen mit "konkreten Maßnahmen". UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher bezeichnete die Genehmigung einer Wiederaufnahme von "begrenzten" Hilfen durch Israel als "Tropfen auf den heißen Stein".
Laschet ließ im Gespräch mit den Sendern RTL und ntv erkennen, er könne sich ähnlich scharfe Kritik an Israel auch durch Deutschland vorstellen, wie sie Frankreich, Großbritannien und Kanada geübt hatten. "Deutschland kann alles", sagte er. Aber die Bundesrepublik habe auch besondere Beziehungen zu Israel. In welcher Form Kritik geäußert werde und wie sie wirke, müsse dann diskutiert werden.
Th.Gonzalez--AT