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Bundestagswahl: Hohe Wahlbeteiligung zeichnet sich ab
Bei der Bundestagswahl zeichnet sich eine hohe Wahlbeteiligung ab. Bis 14.00 Uhr gaben am Sonntag rund 52 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme in den Wahllokalen ab, wie die Bundeswahlleiterin Ruth Brand mitteilte. 2021 waren es zu diesem Zeitpunkt nur 36,5 Prozent gewesen. Die Gesamtwahlbeteiligung lag damals bei 76,4 Prozent. Eine Prognose oder Angaben zum Anteil der Briefwähler machte Brand nicht.
Der große Unterschied zwischen 2025 und 2021 geht zum Teil auf Briefwähler zurück. Unter anderem wegen der Corona-Pandemie hatten im September 2021 ungewöhnlich viele Menschen vorab per Brief ihre Stimme abgegeben. Dennoch war die Wahlbeteiligung in diesem Jahr auch deutlich höher als 2017, als bis 14.00 Uhr gut 41 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme im Wahllokal abgegeben hatten.
Nähere Angaben gab es aus einzelnen Bundesländern. Der Wahlleiter aus Rheinland-Pfalz etwa meldete einen Briefwähleranteil bis zum Wahltag von 39 Prozent - gegenüber 47 Prozent im Jahr 2021. Um 12.00 Uhr lag dort die Wahlbeteiligung in den Wahllokalen bei knapp 21 Prozent, gegenüber zwölf Prozent im Jahr 2021.
Kanzler Olaf Scholz (SPD) hatte im Dezember durch die Vertrauensfrage im Bundestag den Weg für vorgezogene Neuwahlen freigemacht. Grund war das Scheitern seiner Ampel-Koalition mit Grünen und FDP, die seit Dezember 2021 in Deutschland regiert hatte.
Scholz gab am Sonntagvormittag in Begleitung seiner Frau Britta Ernst seine Stimme in Potsdam in Brandenburg ab. In seinem Wahlkreis Potsdam - Potsdam-Mittelmark II - Teltow-Fläming hatte er bei der vergangenen Bundestagswahl 34 Prozent der Stimmen bekommen.
In den Umfragen vor der Wahl führte die Union klar, deutlich vor der AfD auf Platz zwei und dann SPD und Grünen. Die Linkspartei wurde zuletzt erneut im Bundestag gesehen, die FDP und das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) müssen um ihren Verbleib im Parlament bangen. Zentrale Frage nach der Wahl wird sein, ob die Union mit ihrem Kanzlerkandidaten Friedrich Merz (CDU) mit nur einer weiteren Partei eine Koalition bilden kann.
Merz wählte in Arnsberg, sein Wahlkreis ist der Hochsauerlandkreis. Auch er betrat das Wahllokahl in Begleitung seiner Ehefrau, Charlotte Merz. Bei der Bundestagswahl 2021 hatten 40,4 Prozent der Wählerinnen und Wähler im Hochsauerlandkreis für Merz gestimmt.
Gewählt wird in 299 Wahlkreisen. Die Wählerinnen und Wähler können mit ihrer Erststimme für die dortigen Direktkandidatinnen oder -kandidaten stimmen; und mit der Zeitstimme für die Landesliste einer Partei. Durch eine Wahlrechtsreform wird der 21. Deutsche Bundestag deutlich kleiner: statt 733 Abgeordnete wird er nur noch 630 haben.
L.Adams--AT