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Führungsaustausch in US-Armee: Trump entlässt Generalstabschef Brown
Der von US-Präsident Donald Trump betriebene massive Umbau des Staatsapparats spart auch die Streitkräfte nicht aus. Am Freitagabend (Ortszeit) gab Trump die Entlassung von Generalstabschef Charles Q. Brown bekannt. Zudem entließ Verteidigungsminister Pete Hegsheth die Marine-Oberbefehlshaberin Lisa Franchetti, welche die erste Frau auf diesem Posten war. Die Zahl der zivilen Pentagon-Mitarbeiter soll um bis zu acht Prozent reduziert werden.
Trump nannte keine Gründe für die Entlassung Browns, der erst seit Oktober 2023 im Amt war und dessen reguläre Amtszeit vier Jahre betragen hätte. Der Präsident dankte auf seiner Online-Plattform Truth Social dem entlassenen Generalstabschef für "seine mehr als 40 Jahre Dienst" und würdigte ihn als "hervorragende Führungspersönlichkeit". Als Nachfolger nominierte Trump den früheren Luftwaffen-Generalleutnant Dan Caine.
Hegseth hatte im November für den Rauswurf Browns plädiert. Er begründete dies mit den sogenannten DEI-Programmen in der Armee, mit denen Angehörige von Minderheiten sowie Frauen gefördert und geschützt werden. "Jeder, der an diesem DEI-woken-Scheiß beteiligt ist, muss gehen", sagte Hegseth damals. Im Januar sagte er dann aber, dass er sich als Pentagonchef darauf freue, mit Brown zusammenzuarbeiten.
Der vom früheren Präsidenten Joe Biden nominierte Brown war erst der zweite Afroamerikaner im Amt des obersten US-Militärs nach Colin Powell (1989-93). In einem emotionalen Video, das er nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd durch einen weißen Polizisten im Jahr 2020 veröffentlicht hatte, schilderte Brown seine Erfahrungen mit Diskriminierung in den Streitkräften.
Oft sei er der einzige Schwarze Soldat in seinem Geschwader gewesen, berichtete der erfahrene Kampfpilot. Als Schwarzer habe er besonderen Druck durch Vorsetzte empfunden, "fehlerfrei" zu agieren, da sie nach seiner Wahrnehmung sein Leistungsvermögen geringer eingeschätzt hätten als das anderer Soldaten.
Den designierten Nachfolger Caine rühmte Trump als "versierten Piloten, nationalen Sicherheitsexperten und erfolgreichen Unternehmer". Der Präsident hob hervor, während seiner ersten Amtszeit (2017-21) habe Caine "eine entscheidende Rolle bei der totalen Vernichtung" der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gespielt. Trump nannte Caine einen "Krieger".
Caine ist Weißer, wie sein Vorgänger Brown ist er ein erfahrener Kampfpilot. Zeitweise war Caine in den vergangenen Jahren auch im Auslandsgeheimdienst CIA tätig, wo er für militärische Angelegenheiten zuständig war. Für den Posten als oberster Soldat des Landes und wichtigster militärischer Berater des Präsidenten muss Caine noch vom US-Senat bestätigt werden.
Die bisherige Marine-Oberbefehlshaberin Franchetti wurde ebenfalls ohne Nennung von Gründen entlassen. Einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin benannte Hegseth noch nicht. Die frühere Kommandeurin von Kriegsschiffen hatte das Amt seit August 2022 zunächst kommissarisch ausgeübt und dann im November 2023 komplett übernommen.
Trump kündigte zudem weitere Entlassungen in der Armeeführung an. Er habe Hegseth angewiesen, ihm Vorschläge für die Besetzung von fünf hohen Posten vorzulegen, erklärte der Präsident.
Parallel kündigte das Verteidigungsministerium an, dass es ab kommender Woche mit der Entlassung von etwa "fünf bis acht Prozent" seiner zivilen Mitarbeiter beginnen werde. Die ersten Entlassungen betreffen demnach 5400 Beschäftigte in Probezeit. Die Entlassungen zielten darauf ab, "Effizienzgewinne zu erzielen und das Ministerium auf die Prioritäten des Präsidenten und die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft der Streitkräfte auszurichten", erklärte der zuständige Ministerberater Darin Selnick.
Das Pentagon ist der größte Arbeitgeber in den USA. Es beschäftigt allein mehr als 900.000 Zivilisten. Dies bedeutet, dass Kürzungen von fünf Prozent mehr als 45.000 Stellen betreffen würden.
Hegseth hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass die neue Effizienzabteilung der Regierung (Doge) weitreichende Berechtigungen im Pentagon erhalte. Die von dem Tech-Multimilliardär Elon Musk gegründete Abteilung werde daran arbeiten, "überflüssige" Ausgaben zu finden und "die letzten Überbleibsel" der von der Vorgängerregierung als vorrangig erachteten Programme ausfindig zu machen.
Seit seinem Amtsantritt im Januar treibt Trump in rasantem Tempo die Umstrukturierung und Reduzierung der Bundesbehörden voran. Sein Berater Musk spielt dabei eine federführende Rolle.
D.Johnson--AT