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Gewalt im Ostkongo: UN-Generalsekretär Guterres warnt vor regionalem Krieg
UN-Generalsekretär António Guterres hat bei einem Gipfel der Afrikanischen Union (AU) vor einer Eskalation des bewaffneten Konflikts in der Demokratischen Republik Kongo gewarnt. Die "Souveränität und territoriale Integrität der Demokratischen Republik Kongo muss respektiert werden", forderte Guterres bei dem Treffen im äthiopischen Addis Abeba. Zuvor hatten die M23-Miliz und mit ihr verbündete Soldaten aus Ruanda die kongolesische Provinzhauptstadt Bukavu eingenommen.
Die Gewalteskalation in der Region Süd-Kivu, im Osten des zentralafrikanischen Landes, drohe "die gesamte Region in den Abgrund zu stürzen", warnte Guterres vor Vertretern der afrikanischen Nationen, ohne Ruanda direkt zu nennen. Es müsse ein "Dialog" zur Beendigung des Konflikts beginnen, fügte Guterres hinzu.
Der ruandische Präsident, Paul Kagame, war bei dem Gipfel der AU anwesend, der kongolesische Präsident Félix Tshisekedi jedoch nicht. Am Freitag hatte Tshisekedi bei der Münchner Sicherheitskonferenz noch die "expansionistischen Ambitionen" Ruandas verurteilt.
Zuvor hatte die von Ruanda unterstützte M23-Gruppe ihre Offensive im Ostkongo fortgesetzt. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen und von humanitären Organisationen rückten die Kämpfer und Soldaten am Freitag in Bukavu ein, der Hauptstadt der Provinz Süd-Kivu mit rund einer Million Einwohnern. Zuvor hatten sie demnach bereits den strategisch wichtigen Flughafen der Stadt erobert.
Bei dem Gipfel in Addis Abeba sprachen sich einige afrikanische Staatschefs für eine Waffenruhe und diplomatische Gespräche aus. Äthiopiens Regierungschef und Gastgeber des AU-Gipfels, Abiy Ahmed, erklärte am Samstag: "Konfliktlösung, Diplomatie und Friedensfindung müssen im Mittelpunkt unserer Bemühungen bleiben." Die AU war in der Vergangenheit - zuletzt auch im Zusammenhang des Konflikts im Ostkongo - häufiger als ineffizient kritisiert worden.
Ende Januar war der Konflikt im Osten des zentralafrikanischen Landes eskaliert: M23-Kämpfer und ruandische Soldaten drangen zunächst in Goma, der Hauptstadt der an Bodenschätzen reichen Region Nord-Kivu, ein. Obwohl die M23-Miliz zunächst eine Waffenruhe verkündete, startete sie vergangene Woche gemeinsam mit ruandischen Soldaten eine Offensive auf die Nachbarprovinz Süd-Kivu.
P.Hernandez--AT