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Ukraine meldet Beschuss von Öllager und Flugzeugfabrik in Russland
Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf russischem Boden sind nach Angaben aus Kiew ein Öllager und eine Flugzeugfabrik getroffen worden. Der ukrainische Generalstab teilte am Dienstag mit, die Angriffe hätten ein Feuer in dem Öllager und "Explosionen" in der Fabrik ausgelöst. Russland griff seinerseits die Ukraine nach ukrainischen Angaben mit 131 Drohnen an.
Das Öllager in Liskinska in der Region Woronesch, das Treibstoff für die russische Armee liefere, sei zum zweiten Mal innerhalb einer Woche getroffen worden, erklärte die ukrainische Armee im Onlinedienst Facebook. Das Lager hatte bereits vor sechs Tagen nach einem ukrainischen Angriff in Flammen gestanden. Der Gouverneur der Region, Alexander Gussew, teilte mit, der neue Brand sei von herabstürzenden Teilen einer abgeschossenen Drohne ausgelöst worden.
Die Ukraine attackierte eigenen Angaben zufolge außerdem in der Nacht zum Dienstag in der westrussischen Stadt Smolensk eine Fabrik, in der "Kampfflugzeuge" gebaut würden. Dabei wurden laut Kiew "Explosionen" ausgelöst.
Der Gouverneur der Region Smolensk erklärte, herabstürzende Drohnenteile hätten "Brände auf Dächern" ausgelöst. Den Angriff auf die Flugzeugfabrik erwähnte er nicht.
In einigen Städten der russischen Region Orenburg, hunderte Kilometer von der Front entfernt, wurde über Nacht Luftalarm ausgelöst. Zivilisten wurden aufgefordert, in Luftschutzbunkern in Deckung zu gehen. Der Alarm wurde später wieder aufgehoben.
Russland gab an, in der Nacht zum Dienstag 55 ukrainische Drohnen vom Himmel geholt zu haben. Mehr als die Hälfte davon seien in den an die Ukraine grenzenden Regionen abgefangen worden.
Die ukrainische Armee erklärte, Russland habe in der Nacht 131 Drohnen und vier Raketen abgefeuert. Die Armee habe 72 Drohnen abschießen können, die restlichen 59 seien "verloren" gegangen.
Der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow reiste am Dienstag nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in das Kampfgebiet im Osten der Ukraine. Er besuchte demnach nahe der umkämpften Stadt Pokrowsk stationierte Einheiten. Die russischen Truppen hatten zuletzt mehrere Dörfer eingenommen und stehen wenige Kilometer vor den Toren der Stadt, die an einem wichtigen Eisenbahn- und Straßenknotenpunkt liegt, der den Osten des Landes mit der Großstadt Dnipro verbindet.
Sowohl Russland als auch die Ukraine hatten in den vergangenen Monaten ihre Angriffe intensiviert, um ihre Positionen angesichts der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus zu stärken.
Der neue US-Präsident ist ein Gegner der Milliardenhilfen für die Ukraine und will ein rasches Ende des Krieges herbeiführen. Im Wahlkampf hatte er gesagt, er könne den Krieg innerhalb von "24 Stunden" beenden, inzwischen nennt er "sechs Monate" als Zeithorizont.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rief die Europäer mit Blick auf Trumps Amtsantritt dazu auf, mehr für die eigene Verteidigung zu tun. "Wird Präsident Trump Europa überhaupt beachten? Hält er die Nato für notwendig?", fragte Selenskyj beim Weltwirtschaftsforum im Schweizer Skiort Davos.
"Wir brauchen eine geeinte europäische Sicherheit- und Verteidigungspolitik", forderte der ukrainische Präsident. Alle europäischen Länder müssten bereit sein, "so viel für Sicherheit auszugeben wie wirklich benötigt wird". Europa müsse in der Lage sein, "sich selbst zu verteidigen."
Ch.Campbell--AT