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Uiguren im Ausland hoffen von Bachelet auf Informationen über Angehörige in China
Vertreter der Volksgruppe der Uiguren haben die UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet aufgefordert, bei ihrer Reise nach Xinjiang am Dienstag nicht zum Propagandawerkzeug der chinesischen Regierung zu werden. "Ich fordere sie auf, Opfer wie meine Familienmitglieder zu besuchen und nicht die von der chinesischen Regierung vorbereiteten Schauplätze", sagte Nursimangul Abdureschid der Nachrichtenagentur AFP in der Türkei.
Uiguren im Ausland haben in den letzten Wochen Kundgebungen abgehalten, um Bachelet zu drängen, Verwandte zu besuchen, die nach ihren Angaben in Xinjiang inhaftiert sind. Viele haben bereits seit Jahren jeglichen Kontakt zu Familienmitgliedern in China verloren - so wie Jevlan Schirememet, der laut eigenen Angaben seit vier Jahren nicht mehr mit seiner Mutter gesprochen hat. Er hoffe, dass Bachelet "die chinesische Regierung auch nach dem Verbleib meiner Mutter fragen kann", sagte er.
Auch Abdureschid hat eigener Aussage nach schon vor Jahren den Kontakt zu ihrer Familie in der chinesischen Grenzregion verloren. Sie betonte: "Wenn das UN-Team keinen uneingeschränkten Zugang in Xinjiang hat, werde ich ihre sogenannten Berichte nicht akzeptieren."
Bachelet wird voraussichtlich am Dienstag und Mittwoch im Rahmen einer sechstägigen Reise die Städte Urumqi und Kashgar in Xinjiang besuchen. Die Regierung in Peking wird beschuldigt, mehr als eine Million Uiguren und andere muslimische Minderheiten in der Region im äußersten Westen des Landes in "Umerziehungslagern" interniert zu haben. Peking werden unter anderem Zwangssterilisierungen und Zwangsarbeit vorgeworfen.
Außerdem sollen die Behörden kulturelle Stätten dem Erdboden gleichmachen. Die gesamte Region wird streng überwacht. Die USA sprechen von einem Genozid. Sie hatten auch Zweifel daran geäußert, dass Bachelet ein "unmanipuliertes" Bild der Lage erhalten würde. China bestreitet die Vorwürfe vehement.
O.Gutierrez--AT