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Obama steigt in Wahlkampf für Harris ein und bezeichnet Trump als "verrückt"
Im knappen Rennen um das Weiße Haus ist Ex-US-Präsident Barack Obama in den Wahlkampf der demokratischen Kandidatin Kamala Harris eingestiegen und hat ihren republikanischen Rivalen Donald Trump als "verrückt" bezeichnet. Er könne nicht verstehen, "warum irgendjemand glaubt, dass Donald Trump die Dinge verändern wird", sagte Obama am Donnerstag (Ortszeit) auf einer Wahlkampfveranstaltung im umkämpften Bundesstaat Pennsylvania. Er rief dazu auf, Vizepräsidentin Harris zu unterstützen, und richtete einen Appell an schwarze Männer in den USA.
"Glauben Sie, dass Donald Trump jemals eine Windel gewechselt hat?", fragte Obama die Menschenmenge bei der Kundgebung in Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania. Dieser zählt zu den sogenannten Swing States, die bei US-Präsidentschaftswahlen mal für republikanische und mal für demokratische Kandidaten gestimmt haben und deshalb den Ausgang der Wahl am 5. November entscheiden könnten.
Trumps Geschäft mit dem Bibelverkauf nannte Obama ebenso "verrückt" wie die Hinwendung des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers zu Verschwörungstheorien. Als die Menschenmenge wegen Trump buhte, rief er: "Buht nicht - geht wählen."
Harris sei "so gut auf die Aufgabe vorbereitet, wie ein Präsidentschaftskandidat nur sein kann", fuhr der Demokrat fort. Die langen Reden Trumps verglich Obama mit denen des 2013 verstorbenen kubanischen Staatsführers Fidel Castro.
Obama tadelte männliche schwarze Wähler, die sich von Trumps Macho-Verhalten angezogen fühlen könnten. "Es tut mir leid, meine Herren, ich habe das bemerkt, besonders bei einigen Männern die zu denken scheinen, dass Trumps Verhalten, das Mobbing und das Heruntermachen von Menschen, ein Zeichen von Stärke ist", sagte der Ex-Präsident. "Und ich bin hier, um Ihnen zu sagen, dass das nicht das ist, was wahre Stärke ausmacht."
Obama richtete bei einem Überraschungsbesuch in einem Wahlkampfbüro vor der eigentlichen Kundgebung zudem einen ungewöhnlich direkten Appell an schwarze Männer: "Sie kommen mit allen möglichen Gründen und Ausreden an, und damit habe ich ein Problem", sagte er. Einiges davon lasse ihn vermuten, "und ich spreche hier direkt zu den Männern, (...) dass Sie einfach keine Lust haben, eine Frau als Präsidentin zu haben". Umfragen zeigen, dass Harris es schwer hat, schwarze Männer zu mobilisieren.
Der 63-jährige Obama genießt in der Demokratischen Partei nach wie vor hohes Ansehen und viel Einfluss. Die Demokraten hoffen, dass er Harris im knappen Rennen gegen Trump einen Schub geben könnte. Obama, der 2008 zum ersten schwarzen Präsidenten in der Geschichte der USA gewählt wurde, könnte mit seinen Auftritten vor allem schwarze und junge Wähler für die Demokratische Partei mobilisieren.
Harris und Trump liegen in den Umfragen zur Wahl am 5. November Kopf an Kopf. Beide Kandidaten setzten ihren Wahlkampf am Donnerstag in verschiedenen Swing States fort. Im Bundesstaat Nevada fragte eine Frau Harris nach drei Tugenden, die sie an Trump schätze. "Ich denke, Donald Trump liebt seine Familie, und ich denke, das ist sehr wichtig. Aber um ehrlich zu sein, kenne ich ihn nicht wirklich", sagte Harris. Weitere Trump-Tugenden fielen ihr nicht ein.
Später in Arizona kritisierte Harris Trump für dessen Ablehnung eines zweiten Fernsehduells. Ihre Ansicht nach sei das schlecht für die Wähler, sagte Harris: "Ich denke auch, dass das ein ziemlich schwacher Schachzug ist."
Trump machte derweil im umkämpften Bundesstaat Michigan Wahlkampf und verschärfte erneut seine persönlichen Angriffe auf Harris, die er als "dümmer als die Hölle" bezeichnete.
M.Robinson--AT