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Tote bei russischen Angriffen in der Ostukraine - Moskau meldet Brände in Treibstofflagern
Im Ukraine-Krieg hat es am Mittwoch erneut Angriffe auf beiden Seiten der Grenze gegeben. In der ostukrainischen Region Donezk wurden nach Angaben von Regionalgouverneur Wadym Filaschkin sechs Menschen bei russischen Bombardements getötet. Indes gerieten in den russischen Regionen Rostow und Kirow Behördenangaben zufolge Triebstofflager nach ukrainischen Drohnenangriffen in Brand. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und der neue britische Premierminister Keir Starmer bekräftigten bei einem Treffen in Berlin ihre Unterstützung für Kiew.
"Am Morgen haben die Russen vier Menschen getötet und ein Haus in Ismajliwka zerstört", erklärte Filaschkin im Onlinedienst Telegram. Bei den Opfern handele es sich um Mitglieder derselben Familie. Zwei weitere Menschen wurden demnach bei einem Angriff in der Nähe der Stadt Tschassiw Jar getötet. Auch dort seien zahlreiche Häuser beschädigt worden, fügte Filaschkin hinzu.
Die russischen Truppen rücken derzeit im Osten der Ukraine immer weiter in Richtung des wichtigen Logistikstandorts Pokrowsk vor. Mehrere Ortschaften wurden russischen Angaben zufolge bereits eingenommen. Am Mittwoch meldete das Verteidigungsministerium in Moskau die Einnahme des Dorfes Komytschiwka rund 20 Kilometer südöstlich von Pokrowsk.
Angesichts des russischen Vorstoßes ordneten ukrainische Behörden für die Region umfangreiche Zwangsevakuierungen an. Laut Regionalgouverneur Filaschkin wurden am Dienstag insgesamt 2718 Menschen in Sicherheit gebracht, darunter knapp 400 Kinder.
Unterdessen gerieten in den russischen Regionen Rostow und Kirow zwei Treibstofflager infolge von ukrainischen Drohnenangriffen in Brand. Im Bezirk Kamensky kämpfe die Feuerwehr nach wie vor gegen die Flammen, erklärte Rostows Regionalgouverneur Wasili Golubew im Onlinedienst Telegram. Verletzte gebe es nicht, auch bestehe keine Gefahr für nahegelegene Wohnhäuser.
Aus Kreisen der ukrainischen Sicherheitsbehörden hieß es, die getroffene Anlage sei "direkt an der Versorgung der russischen Besatzungstruppen beteiligt".
Auch in der russischen Stadt Kotelnitsch in der westlichen Region Kirow wurde laut Regionalgouverneur Alexander Sokolow ein Treibstofflager von Drohnen getroffen. Die dabei entstandenen Brände seien "schnell gelöscht" worden, fügte er hinzu. Verletzte oder Schäden habe es nicht gegeben. Die Region Kirow liegt 1100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Der Drohnenangriff war der erste dort seit dem Kriegsbeginn im Februar 2022.
Seit Beginn des Konflikts hat die Ukraine wiederholt russische Öl- und Gasanlagen ins Visier genommen - als Vergeltung für russische Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte seine Streitkräfte zuletzt für die Angriffe auf Ölanlagen in Russland gelobt. Diese würden dabei helfen, ein "gerechtes Ende" des Konflikts herbeizuführen.
Der Kreml kritisierte indes eine Entscheidung Kiews, einen bestehenden Vertrag mit dem russischen Gasversorger Gazprom über die Lieferung von russischem Gas durch die Ukraine in Richtung Europa nicht über den 31. Dezember hinaus zu verlängern. Dies werde "den Interessen der europäischen Verbraucher ernsthaft schaden", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch.
Trotz des anhaltenden Konflikts lieferte Russland im Jahr 2023 etwas mehr als 14 Milliarden Kubikmeter Gas über die Ukraine nach Europa. Abnehmer sind insbesondere Österreich, Ungarn und die Slowakei.
Beim Antrittsbesuch des neuen britischen Premierministers Keir Starmer in Berlin bekräftigten Deutschland und Großbritannien erneut ihre Unterstützung für die Ukraine. Beide Länder stünden fest an der Seite Kiews, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. "Wir werden unsere finanzielle, wirtschaftliche, politische und auch militärische Unterstützung fortsetzen, solange das notwendig ist", betonte er.
Zur Verteidigung der Ukraine soll auch der neue Vertrag über die bilaterale Zusammenarbeit Deutschlands und Großbritanniens beitragen, den Scholz und Starmer am Mittwoch ankündigten. "Wir sind entschlossen, ein aggressiveres Russland abzuschrecken, unsere Unterstützung für die Ukraine aufrechtzuerhalten und die europäische Verteidigung zu stärken", hieß es in einer dazu veröffentlichten gemeinsamen Erklärung.
In Brüssel berief Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg für Mittwochnachmittag ein Treffen des Nato-Ukraine-Rats ein. Wegen der jüngsten russischen Luftangriffe habe das länger geplante Treffen nun höhere Dringlichkeit, betonte die Nato auf Anfrage. Der ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umerow wollte die Botschafter der 32 Nato-Länder per Videoschalte über die Sicherheitslage in seinem Land informieren.
In den Nächten zu Montag und Dienstag hatte Russland die Ukraine in einer massiven Angriffswelle mit Raketen und Drohnen überzogen. Es wurden Energieanlagen getroffen und mehrere Menschen getötet. Der ukrainische Präsident Selenskyj drängt die Verbündeten seit langem, schnell neue Luftabwehrsysteme zu liefern.
Ch.P.Lewis--AT