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Schock und Entsetzen: Trump bei US-Wahlkampfauftritt knapp Mordanschlag entgangen
Schock und Entsetzen nicht nur in den USA: Der frühere US-Präsident Donald Trump ist am Samstag knapp einem Mordanschlag bei einem Wahlkampfauftritt im US-Bundesstaat Pennsylvania entgangen. Ein 20-Jähriger schoss auf den republikanischen Präsidentschaftsbewerber und verletzte ihn leicht am Ohr. US-Präsident Joe Biden sowie zahlreiche andere Politiker weltweit reagierten entsetzt und wandten sich gegen jegliche Form von Gewalt in der Politik.
Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend gegen 18.08 Uhr (Ortszeit, 00.08 Uhr MESZ). Als Trump bei der Wahlkampfveranstaltung in der Kleinstadt Butler gerade mit seiner Rede begann, fielen binnen einer Minute mehrere Schüsse. Trump ging zunächst hinter seinem Rednerpult in Deckung und wurde dann von Sicherheitsbeamten abgeschirmt. Aus der Menge waren Schreie zu hören, Menschen warfen sich auf den Boden.
Trump stand umringt von seinen Sicherheitsbeamten wieder auf, rund um sein rechtes Ohr war Blut zu sehen. Außer dem mutmaßlichen Schützen wurde nach Angaben der Polizei auch ein Zuschauer getötet, zwei weitere wurden schwer verletzt.
Während Trump mit Blut im Gesicht von der Bühne zu seinem Wagen eskortiert wurde, reckte er unter lauten "USA"-Rufen seiner Anhänger immer wieder kämpferisch die Faust. Der Secret Service, der für den Schutz von amtierenden und ehemaligen US-Präsidenten zuständig ist, teilte anschließend mit, dass Trump in Sicherheit sei. Trumps Sprecher Steven Cheung erklärte, Trump gehe es gut. Der 78-Jährige wurde demnach in einer medizinischen Einrichtung vor Ort untersucht.
Auf seiner Online-Plattform Truth Social erklärte Trump später, eine Kugel habe "den oberen Teil meines rechten Ohres durchbohrt". "Es ist unglaublich, dass sich in unserem Land solch eine Tat ereignen kann." Später stieg Trump ohne Hilfe aus seinem Flugzeug, wie auf einem von seinem Presseteam veröffentlichten Video zu sehen war.
Laut den Sendern NBC und CBS identifizierte die US-Bundespolizei FBI den mutmaßlichen Täter als den 20-jährigen Thomas Matthew Crooks aus Bethel Park in Pennsylvania. Der Secret Service teilte mit, der Angreifer habe "mehrere Schüsse "von einer erhöhten Position" außerhalb des Versammlungsortes abgefeuert. Der Schütze sei daraufhin "neutralisiert" worden. Mehrere Augenzeugen gaben an, sie hätten den Schützen vor dem Attentat gesehen und die Behörden alarmiert. Die Polizei erklärte, sie habe "auf eine Reihe von Berichten über verdächtige Aktivitäten reagiert".
In einem vom Online-Portal TMZ veröffentlichten Video ist ein mit einem Gewehr bewaffneter Mann zu sehen, der auf einem Dach auf dem Bauch liegt. Auf dem Video ist nicht zu sehen, wie der Mann schießt. Es sind jedoch mehrere schnell aufeinander folgende Schüsse und Schreie zu hören.
Der versuchte Mordanschlag auf Trump löste in den USA und international Bestürzung aus. US-Präsident Biden nannte die Tat "krank". In den USA gebe es "keinen Platz für diese Art von Gewalt". Laut Weißem Haus telefonierte Biden nach den Schüssen mit Trump und reiste vorzeitig aus seinem Heimat-Bundesstaat Delaware zurück nach Washington.
Der ehemalige demokratische US-Präsident Barack Obama erklärte im Onlinedienst X, die Menschen in den USA sollten "diesen Moment nutzen, um uns in unserer Politik wieder zu Anständigkeit und Respekt zu verpflichten".
Auch Staats- und Regierungschefs in aller Welt reagierten erschüttert auf den Schusswaffenangriff. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nannte den Angriff "verabscheuungswürdig". Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief zu politischer Mäßigung auf. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, der britische Premierminister Keir Starmer, Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wandten sich gegen jegliche Form von Gewalt in der Politik und warnten vor einer Gefahr für die Demokratie.
Moskau hingegen rief die Regierung in Washington auf, "ihre Politik der Aufstachelung zum Hass" zu überprüfen und nutzte das Attentat, um Washingtons militärische Unterstützung für die Ukraine anzuprangern.
Die Versammlung in Butler war Trumps letzte Wahlkampfveranstaltung vor dem am Montag beginnenden Parteitag der Republikaner, bei dem Trump offiziell zum Präsidentschaftskandidaten der Partei gekürt werden soll. Trump will laut seinem Wahlkampfteam trotz seiner Verletzung teilnehmen.
Die Schüsse dürften die Spannungen in dem zutiefst gespaltenen Land vor der Präsidentschaftswahl am 5. November weiter anheizen. Der als Trumps Vizepräsidenten-Kandidat gehandelte US-Senator J. D. Vance zeigte direkt mit dem Finger auf Trumps Rivalen Biden. "Die zentrale Prämisse von Bidens Kampagne ist, dass Präsident Donald Trump ein autoritärer Faschist ist, der um jeden Preis gestoppt werden muss", schrieb Vance auf X und fügte hinzu: "Diese Rhetorik hat direkt zur versuchten Ermordung von Präsident Trump geführt."
N.Walker--AT