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Entwicklungsministerin will für Bündnis gegen Ernährungskrise werben
Angesichts des Ukraine-Kriegs will Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) bei der Weltbanktagung in Washington für ein Bündnis für globale Ernährungssicherheit werben. "Unser Ziel muss sein, Millionen Menschen vor dem Hungertod zu bewahren", sagte Schulze den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben). Infolge des Ukraine-Kriegs drohe die "schwerste globale Ernährungskrise der vergangenen Jahrzehnte", warnte sie. Betroffen seien vor allem "die Ärmsten in Afrika, im Nahen Osten und in Asien".
Die derzeitigen Frühjahrstagungen von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in der US-Hauptstadt stehen ganz im Zeichen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Schulze kündigte an, sie wolle sich bei der Tagung der Weltbank dafür einsetzen, "dass wir uns im Einsatz gegen die Ernährungskrise stärker koordinieren – im Kreis der Geber, aber auch mit internationalen Organisationen und allen anderen, die sich engagieren wollen".
Vorbild solle dabei die Covax-Initiative sein, die global einen gerechten Zugang zu Corona-Impfstoffen gewährleisten will. "Im Kampf gegen die Corona-Pandemie ist es uns gelungen, eine agile multilaterale Plattform zu schaffen, die die größte globale Impfkampagne der Geschichte auf die Beine gestellt hat", sagte die Bundesentwicklungsministerin. Was dabei gelernt worden sei, solle die Weltgemeinschaft nun auf den Einsatz gegen die Ernährungskrise übertragen.
Den Vorstoß will Schulze im Rahmen der G7-Gruppe führender Industriestaaten unternehmen, in der Deutschland in diesem Jahr die Präsidentschaft innehat. Die Ministerin warf dem russischen Staatschef Wladimir Putin vor, Hunger als Waffe zu nutzen. Dem müsse mit einer "Politik für globale Ernährungssicherheit" begegnet werden.
Russland und die Ukraine stehen zusammen für rund 20 Prozent der Maisexporte und 30 Prozent der Weizenexporte weltweit, wie es in einem den Funke-Blättern vorliegenden Arbeitspapier des Entwicklungsministeriums heißt. Besonders stark von Importen dieser Produkte abhängig sind demnach unter anderem Ägypten, Tunesien, Libyen, Jemen, Somalia und Pakistan. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte bereits angekündigt, dass die Bundesregierung angesichts des Ukraine-Kriegs 430 Millionen Euro zusätzlich für die Ernährungssicherung bereitstellen werde.
F.Wilson--AT