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Erneut Protest mit tausenden Menschen in Israel gegen Netanjahu
Die zweite Nacht in Folge haben tausende Menschen in Israel gegen den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu und für eine Rückkehr der im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln demonstriert. Sie blockierten am Sonntag eine Hauptverkehrsstraße in Jerusalem, nachdem sie sich vor dem israelischen Parlament versammelt hatten. Zudem wurden Feuer angezündet und israelische Flaggen geschwenkt.
Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor und drängte sie zurück. Protestteilnehmer forderten, Netanjahu müsse "gehen". Von Demonstranten hieß es, es handele sich bei dem Protest in Jerusalem um den größten seit Ausbruch des Kriegs im Gazastreifen im vergangenen Oktober.
Dana Rabfogel Shor, die in beiden Nächten demonstrierte, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Menschen seien "wütend, sie sind müde, sie wollen Wahlen". Sie hielt ein Plakat mit dem Bild eines Verwandten hoch, der bei dem beispiellosen Großangriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober getötet worden war.
Viele Demonstranten trugen Schilder, auf denen Netanjahu mit einem blutverschmierten Gesicht zu sehen war, und warfen dem Regierungschef vor, das Land nicht vor der Hamas geschützt zu haben. Bereits in der Nacht zuvor hatten tausende Menschen gegen Netanjahu und für eine Rückkehr der im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln demonstriert.
Bei dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober wurden israelischen Angaben zufolge mindestens 1160 Menschen brutal getötet und rund 250 weitere als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. 130 von ihnen sind den Angaben zufolge nach wie vor in der Gewalt der Hamas. 33 von ihnen sollen inzwischen tot sein.
Israel kündigte nach dem Angriff hin, die Hamas zu vernichten, und geht seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, mehr als 32.700 Menschen getötet.
Netanjahu stand schon vor dem Großangriff der Hamas wegen einer umstrittenen Justizreform unter starkem politischen Druck.
A.O.Scott--AT