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Zweite TV-Debatte in den USA: Republikaner kritisieren Trumps Abwesenheit
Bei der zweiten Fernsehdebatte der republikanischen US-Präsidentschaftsbewerber haben die sieben Konkurrenten die Wirtschafts- und Grenzpolitik der amtierenden Regierung kritisiert - einige der schärfsten Attacken richteten sich jedoch gegen Donald Trump. Der Ex-Präsident war der Diskussion erneut ferngeblieben und besuchte stattdessen Vertreter der Automobilindustrie in Michigan. New Jerseys Ex-Gouverneur Chris Christie warf dem Ex-Präsidenten in der Sendung am Mittwochabend vor, er verstecke sich "hinter den Mauern seiner Golfclubs".
"Donald, ich weiß, dass du uns beobachtest", sagte Christie bei der vom Sender Fox Business aus der Ronald-Reagan-Präsidentenbibliothek nahe Los Angeles übertragenen Debatte in die Kamera. "Du bist heute Abend nicht hier (...), weil du Angst hast."
"Du duckst dich vor diesen Dingen weg", fuhr Christie fort. "Mach so weiter und niemand hier wird dich noch Donald Trump nennen. Wir werden dich Donald Duck nennen", sagte Christie.
Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner ist Trump haushoher Favorit. Der 77-Jährige hatte bereits die erste Fernsehdebatte der Konkurrenten mit Verweis auf seinen großen Vorsprung boykottiert und stattdessen dem früheren Fox-News-Moderator Tucker Carlson ein Interview gegeben.
Trump "sollte heute Abend auf dieser Bühne sein", forderte auch Floridas Gouverneur Ron DeSantis. "Er ist es Ihnen schuldig, seine Bilanz zu verteidigen, in der er die Schulden um 7,8 Billionen Dollar erhöht und so die Voraussetzungen für die Inflation geschaffen hat", forderte er.
Neben DeSantis und Christie nahmen der frühere Vizepräsident Mike Pence und die frühere UN-Botschafterin Nikki Haley an der Debatte teil, außerdem der Biotech-Unternehmer Vivek Ramaswamy, South Carolinas Senator Tim Scott und North Dakotas Gouverneur Doug Burgum.
Trump besuchte am Mittwoch stattdessen Vertreter der Automobilindustrie im US-Bundesstaat Michigan. Dort griff er US-Präsident Joe Biden an, der zuvor streikenden Arbeitern im Großraum Detroit einen Solidaritätsbesuch abgestattet hatte.
"Joe Biden behauptet, er sei der gewerkschaftsfreundlichste Präsident der Geschichte. Das ist absurd", sagte Trump. Bidens gesamte Karriere sei "ein Akt des wirtschaftlichen Verrats und der Zerstörung der Gewerkschaften".
Der Streik der US-Autobauer war auch bei der TV-Debatte Thema. Präsidentschaftsbewerber Scott sagte, Biden solle nicht die Streikenden besuchen, sondern lieber daran arbeiten, "unsere südliche Grenze zu schließen, denn sie ist unsicher und weit offen". Der ehemalige Vizepräsident Pence sagte: "Joe Bidens Klimapolitik ist gut für Peking und verheerend für Detroit."
Obwohl die Präsidentschaftsbewerber in der hitzig geführten Debatte regelmäßig aneinander gerieten, waren sie sich doch in vielen Punkten einig. Eine Ausnahme bildete der Krieg in der Ukraine: Christie, Scott und Pence verteidigten die US-Unterstützung für Kiew, DeSantis und Ramaswamy zeigten sich skeptisch.
Bidens Wahlkampfteam reagierte mit Kritik vor allem an den Äußerungen zur Einwanderung in der TV-Debatte. "Nicht eine Person auf dieser Bühne meint es ernst mit der Umsetzung einer sinnvollen Migrationsreform, und das zeigt sich", erklärte Kampagnensprecher Kevin Munoz.
Trump ist trotz seiner massiven Justizprobleme mit inzwischen vier Anklagen der klare Favorit im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. In einer neuen Umfrage von NBC News kam er auf 59 Prozent der Stimmen - das sind mehr als 40 Prozentpunkte Vorsprung gegenüber dem zweitplazierten De Santis, der auf rund 16 Prozent kommt.
L.Adams--AT