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Baerbock drängt auf Entsendung internationaler Beobachter nach Bergkarabach
Wenige Tage nach der Niederlage pro-armenischer Kämpfer gegen aserbaidschanische Truppen in Bergkarabach fordert Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) die Entsendung von internationalen Beobachtern in die umkämpfte Kaukasusregion. "Niemand weiß wirklich, wie es den Menschen dort ergeht und was sie durchmachen müssen", erklärte Baerbock am Mittwoch. "Es braucht jetzt Transparenz und die Augen und Ohren der internationalen Gemeinschaft vor Ort. Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir mit aller Kraft daran arbeiten, so rasch wie möglich Beobachterinnen und Beobachter zu entsenden."
Sie appellierte an Baku, eine solche Entsendung zu akzeptieren. Wenn Aserbaidschan diese Beobachter zuließe, würde es sich um einen "Vertrauensbeweis" dafür handeln, dass Aserbaidschan es "mit seinen Zusagen für die Sicherheit und das Wohl der Menschen" ernst meine, fuhr Baerbock fort.
Überdies erklärte sie, die humanitäre Hilfe "noch einmal deutlich aufzustocken". Die zusätzlichen Mittel für das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) würden von zwei auf fünf Millionen Euro erhöht. "Auch nach den ersten Transporten durch den Latschin-Korridor fehlt es nach der monatelangen Blockade noch immer an fast allem, was es für ein Leben in Würde braucht: Lebensmittel, Medikamente oder Sanitärprodukte", gab Baerbock an. Baku hatte Ende 2022 mit einer Blockade der einzigen Verbindungsstraße zwischen Armenien und Bergkarabach begonnen.
Die Lage in Bergkarabach sowie die humanitäre Versorgung der Menschen vor Ort hatten international Besorgnis ausgelöst. In der Region, die international als Teil Aserbaidschans anerkannt wird, leben knapp 120.000 ethnische Armenier.
Seit Jahrzehnten kämpfen die beiden Länder um die Region. Eriwan wirft Baku vor, eine "ethnische Säuberung" in der umstrittenen Kaukasusregion zu planen, nachdem Aserbaidschan dort vergangene Woche eine großangelegte Militäroffensive gestartet hatte. Baku will die selbsternannte Republik Bergkarabach wieder vollständig in sein Territorium eingliedern.
D.Johnson--AT