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Strobl gibt CDU-Vorsitz in Baden-Württemberg ab - Hagel als Nachfolger benannt
Der seit längerem in der Kritik stehende Vorsitzende der baden-württembergischen CDU, Thomas Strobl, tritt beim Landesparteitag im November nicht noch einmal an. Das teilten Strobl und seine Partei am Montag in Stuttgart nach einer Landesvorstandssitzung mit. Als Nachfolger schlug Strobl CDU-Landtagsfraktionschef Manuel Hagel vor.
Strobl erklärte, für ihn sei nach sechs Jahren als Generalsekretär und weiteren zwölf Jahren als Landeschef "der Zeitpunkt gekommen, an dem ich die Verantwortung für die Partei in jüngere Hände legen möchte". Er sei davon überzeugt, dass Hagel "unserer Partei die notwendigen Impulse geben wird für eine erfolgreiche Zukunft", fügte der Landesinnenminister hinzu.
Generalsekretärin Isabell Huber würdigte Strobls Verdienste während seiner 18-jährigen Arbeit an der Spitze der Landes-CDU. Strobl habe "die CDU Baden-Württemberg aus der Opposition heraus zweimal unter schwierigsten Bedingungen in die Regierung geführt", erklärte sie. "Dafür gebührt ihm unser aller Dank." Strobl habe die Partei zudem "sehr kraftvoll erneuert".
Der Wechsel im CDU-Landesvorsitz soll am 18. November auf einem Parteitag in Reutlingen vollzogen werden. Über den organisatorische Ablauf bis dahin wird die CDU nach Angaben am Mittwoch bei einer Konferenz der Kreisvorsitzenden mit dem Landesvorstand beraten. Dem 35-jährigen CDU-Fraktionschef Hagel werden seit längerem Ambitionen für den Landesvorsitz und auch auf die Spitzenkandidatur seiner Partei bei der kommenden Landtagswahl nachgesagt. Diese ist für das Jahr 2026 geplant.
Strobl stand seit dem vergangenen Jahr politisch auch in den eigenen Reihen zunehmend in der Kritik. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen den obersten Polizeibeamten des Bundeslandes wegen sexueller Nötigung hatte der Innenminister einen Brief aus Ermittlungsakten an die Presse weitergegeben. Dies führte zu Ermittlungen gegen Strobl, der das Verfahren beendete, indem er eine Geldauflage von 15.000 Euro akzeptierte.
Strobl ist seit 2011 CDU-Landesvorsitzender. Er übernahm das Amt in schweren Zeiten: Damals hatte die CDU unter Ministerpräsident Stephan Mappus erstmals die Regierungsmehrheit in Baden-Württemberg verloren. Trotz des Landesvorsitzes nominierte die CDU Strobl nie als Spitzenkandidaten für eine Landtagswahl. 2016 verlor er in einer Befragung der Parteimitglieder gegen Guido Wolff, 2021 wurde Susanne Eisenmann zur Spitzenkandidatin gewählt.
2016 brachte Strobl als Landeschef die CDU aber als Juniorpartner der Grünen zurück in die Landesregierung und ist seitdem Innenminister, diese Koalition wurde nach der jüngsten Wahl 2021 fortgesetzt. Strobl gilt in der grün-schwarzen Koalition als Vertrauter von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).
W.Moreno--AT