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Taiwanischer Chipkonzern TSMC beschließt Fabrik in Dresden
Dresden bekommt eine große Halbleiterfabrik zur Versorgung der Automobilindustrie und anderer Branchen mit modernen Chips. Der taiwanische Chipkonzern TSMC und seine Partner Bosch und Infineon sowie NXP aus den Niederlanden teilten am Dienstag mit, die Gesamtinvestitionen in das Werk in der sächsischen Hauptstadt würden zehn Milliarden Euro übersteigen. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Sachsens Landesregierung reagierten erfreut auf die Ankündigung.
Der geplante Fabrikbau ist ein Projekt im Rahmen des European Chips Act, der staatliche Beihilfen für Investitionen in die Halbleiterindustrie regelt. So sollen die europäische Chipproduktion angekurbelt und die Abhängigkeit von anderen Ländern verringert werden. Die Gesamtinvestitionen bestehen nach Angaben der Firmen aus Eigenkapitalzufuhr, Krediten sowie staatlicher Unterstützung. TSMC will rund 3,5 Milliarden Euro investieren, der Bund nach Medienberichten fünf Milliarden Euro.
TSMC wird einen Anteil von 70 Prozent an dem geplanten Gemeinschaftsunternehmen halten, Bosch, Infineon und NXP jeweils zehn Prozent. Der Bau der Fabrik soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 beginnen, bis Ende 2027 soll dann die Fertigung starten. Angestrebt werden rund 2000 neue Arbeitsplätze.
Das Projekt steht unter dem Vorbehalt der Beihilfegenehmigung durch die EU-Kommission und des nationalen Zuwendungsverfahrens, wie das Wirtschaftsministerium ausführte. Es ermöglichte demnach bereits mit einer Ausnahmegenehmigung, dass das mit den Baumaßnahmen beschleunigt begonnen werden kann. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) begrüßte, dass ein "weiterer Global Player der Halbleiterbranche" nach Deutschland komme. Ohne Halbleiter "läuft kein Computer, fährt kein Auto, können weder Wind- noch Solaranlagen Energie produzieren".
Die sächsische Regierung begrüßte die Entscheidung ebenfalls als "wunderbare Nachricht für Sachsen, Deutschland und ganz Europa". Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) erklärte, es gehe dabei auch um indirekte Arbeitsplätze im Handwerk und im Mittelstand. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die EU-Kommission nun rasch grünes Licht für die nötigen Fördermittel gibt. Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sprach von der größten Einzelinvestition eines Unternehmens im Freistaat Sachsen seit 1990.
Sachsens Landesminister für Regionalentwicklung, Thomas Schmidt (CDU), erklärte, zusammen mit der Entscheidung von Intel für Magdeburg und der Erweiterung von Infineon in Dresden werde diese neue Ansiedlung der regionalen Entwicklung in Mitteldeutschland einen gewaltigen Schub verleihen. Europa müsse unabhängiger werden von außereuropäischen Zulieferern.
Auch die IG Metall begrüßte die Entscheidung von TSMC und sprach von einer "großen Chance für mehr gute Arbeit in Sachsen". Mit den Investitionen führender Chiphersteller entstünden in Dresden "viele hochproduktive Industriearbeitsplätze in einer Branche mit sehr guten Zukunftsperspektiven".
A.Anderson--AT