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Frankreichs Finanzminister: Wirtschaftliche Abkoppelung von China ist "Illusion"
In der Diskussion um den Umgang westlicher Staaten mit China hat Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire eine Abkopplung aller wirtschaftlichen Beziehungen von der Volksrepublik als "Illusion" bezeichnet. "Wir sind absolut gegen die Idee der Abkoppelung. Die Abkoppelung ist eine Illusion", sagte Le Maire am Sonntag in der französischen Botschaft in Peking. Es gebe "keine Möglichkeit, irgendeine Art von Abkoppelung zwischen der amerikanischen, europäischen und chinesischen Wirtschaft zu erreichen".
Einige westliche Länder, besonders Deutschland, versuchen derzeit, ihre wirtschaftliche Abhängigkeit von China zu verringern. Mitte des Monats hatte sich die Bundesregierung erstmals umfassende Leitlinien für den Umgang mit China gegeben und ihre China-Strategie verabschiedet.
Einer der zentralen Punkte der Strategie ist nach Angaben von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) das "De-Risking" - also das Bemühen, einseitige wirtschaftliche Abhängigkeiten von China abzubauen und damit das Risiko für Deutschland zu mindern, ohne sich wirtschaftlich von China abzukoppeln.
Frankreichs Finanzminister Le Maire sagte nun in Peking, "De-Risking" meine nicht, dass China ein Risiko sei. Es bedeute, "dass wir unabhängiger sein wollen". "Wir wollen nicht wie während der Covid-Krise feststellen, dass wir zu sehr von einigen sehr speziellen Komponenten abhängig sind", fuhr Le Maire fort und verwies auf Mikrochips.
Auch die USA haben sich dafür ausgesprochen, Abhängigkeiten von China zu reduzieren. Auch US-Finanzministerin Janet Yellen sagte bei einem Besuch in Peking Anfang des Monats, eine Entkopplung der chinesischen und der US-Wirtschaft sei "praktisch unmöglich".
Peking hatte den zunehmend China-kritischen Kurs westlicher Länder kritisiert. Premierminister Li Qiang bezeichnete den Ansatz des "De-Riskings" im vergangenen Monat als "falschen Vorschlag".
N.Walker--AT