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NGO dringt auf Hilfe für 360 an tunesisch-libyscher Grenze gerettete Flüchtlinge
Eine arabische Menschenrechtsgruppe hat internationale Organisationen dazu aufgefordert, rund 360 nach Angaben der libyschen Behörden in der tunesischen Wüstengrenzregion ausgesetzten und später gerettete Flüchtlingen zur Hilfe zu kommen. "Nach Angaben libyscher Grenzschützer brauchen 360 Migranten, darunter Frauen und Kinder, dringende humanitäre und medizinische Hilfe", sagte der libysche Zweig der Menschenrechtsorganisation AOHR am Montag.
Die libyschen Behörden forderte die Organisation dazu auf, den UN-Flüchtlingskommissar und die Internationale Organisation für Migration (IOM) zu berechtigen, die aus dem Afrika südlich der Sahara stammenden Menschen zu treffen und mit den rechtlichen Vorgängen zu helfen.
Libysche Grenzschützer hatten nach Angaben von Journalisten der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag dutzende Migranten gerettet, die ohne Wasser, Nahrung oder Unterkunft im Wüsten-Grenzgebiet zurückgelassen wurden. Laut den Grenzbeamten wurden die Menschen von der tunesischen Polizei ausgesetzt. Gefunden wurden sie in einem unbewohnten Gebiet rund 150 Kilometer westlich der Hauptstadt Tripolis, etwa 15 Kilometer von der Grenze entfernt.
Die IOM in Libyen erklärte am Montag, sie habe "humanitäre Nothilfe für Migranten" geleistet, die im Grenzgebiet gerettet worden seien. 191 Migranten seien mit Hygiene-Sets, Kleidung und Matratzen ausgestattet und medizinisch untersucht worden, hieß es. Auch "psychosoziale" Hilfeleistungen hätten sie erhalten.
Das libysche Innenministerium gab am Montag an, es habe die "Vertreibungen durch die tunesischen Behörden in Richtung der libyschen Grenze dokumentiert". Im Onlinedienst Facebook veröffentlichte das Ministerium ein Video, in dem Flüchtlinge ihre Geschichte erzählten.
Die AFP-Journalisten hatten gesehen, wie die Flüchtlinge in dem Gebiet in der Nähe des Grenzortes Al Assah umherirrten. Demnach waren sie sichtlich erschöpft, lagen durstig im Sand und suchten bei Temperaturen von über 40 Grad Schutz unter spärlichen Sträuchern.
Nach Auseinandersetzungen mit Bewohnern der tunesischen Hafenstadt Sfax waren in den vergangenen Tagen hunderte afrikanische Migranten gewaltsam in die Wüste und andere unwirtliche Gegenden vertrieben worden. Sfax gilt als einer der Starthäfen für Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern, die von dort in Booten nach Europa aufbrechen. Die zweitgrößte Stadt Tunesiens liegt rund 130 Kilometer von der italienischen Insel Lampedusa entfernt.
Am Sonntag hatte die Europäische Union ein umfassendes Migrationsabkommen mit Tunesien geschlossen. Es sieht massive EU-Finanzhilfen vor, im Gegenzug soll Tunesien stärker gegen irreguläre Migration vorgehen.
T.Sanchez--AT