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Südkoreas Präsident: Seoul stockt Ukraine-Hilfen auf 150 Millionen Dollar auf
Südkorea will seine Unterstützung für die Ukraine ausweiten. Seoul werde in diesem Jahr humanitäre Hilfsgüter im Wert von 150 Millionen Dollar (133 Millionen Euro) liefern, sagte Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol am Samstag nach einem Treffen mit seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj in Kiew. Das sind 50 Millionen Dollar mehr als im vergangenen Jahr.
Zudem werde Südkorea den Umfang seiner Militärgerät-Lieferungen vom vergangenen Jahr erweitern, "als wir Materialien wie Helme und kugelsichere Westen zur Verfügung gestellt haben", kündigte Yoon an, ohne dies zu präzisieren. Waffen für den Kampf gegen die russischen Invasionstruppen liefert Südkorea bislang nicht.
Der südkoreanische Präsident war am Samstag überraschend zu seinem ersten Besuch in der Ukraine eingetroffen. Vor seinem Treffen mit Selenskyj besuchte er am Vormittag die Schauplätze des Massakers in dem nahe Kiew gelegenen Butscha und die von Raketenangriffen auf Wohngebiete schwer getroffene Stadt Irpin.
Das eng mit den USA verbündete Südkorea ist der neuntgrößte Waffenexporteur der Welt, hat die Ukraine bisher allerdings vorwiegend mit humanitären Hilfsgütern unterstützt. Das offiziell weiterhin im Kriegszustand mit dem Nachbarn Nordkorea befindliche Land ist ein bedeutender Produzent von mit Nato-Systemen kompatiblem Militärgerät: Darunter sind Kampfpanzer, Haubitzen und von Kiew dringend benötigte Artilleriemunition.
Trotz wiederholter Bitten der westlichen Verbündeten sowie der Ukraine selbst ist Südkorea jedoch seit Beginn des russischen Angriffskriegs bei seiner seit Jahrzehnten verfolgten Linie geblieben, keine Waffen in Konfliktgebiete zu senden. An das eng mit der Ukraine verbündete Polen lieferte Seoul indes Kampfpanzer und Haubitzen.
Im April hatte Yoon jedoch angedeutet, dass sein Land seine Position bei einem "groß angelegten Angriff auf Zivilisten" überdenken könnte. Später dementierte Seoul allerdings Berichte von US-Medien, dass Artilleriemunition aus dem Land bereits in die Ukraine geschickt werde.
Selenskyj dankte Yoon am Samstag für die "bedeutungsvollen Gespräche", die "starke Unterstützung" für sein Land sowie "für Ihre neuen Initiativen, der Ukraine finanzielle, technische und humanitäre Hilfe zukommen zu lassen". Einzelheiten nannte der ukrainische Staatschef zwar nicht, er lobte aber die Hilfe mit Fahrzeugen und Minenräumgeräten, die "uns helfen, Leben zu retten".
Experten zufolge ist Südkorea mit Blick auf Russland in einer heiklen Lage: Russland stand 2022 immerhin an 15. Stelle der südkoreanischen Handelspartner, zudem übt Moskau Einfluss auf die Regierung in Nordkorea aus.
B.Torres--AT