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Zwei Jahre nach Sturm auf US-Kapitol sucht die Polizei immer noch 350 Verdächtige
In den zwei Jahren seit der Erstürmung des US-Kapitols durch Anhänger von Donald Trump haben die US-Behörden 950 Verdächtige festgenommen. Nach rund 350 weiteren Verdächtigen werde weiter gesucht, teilte das Justizministerium in Washington am Mittwoch mit. "Unsere Arbeit ist noch lange nicht vorbei", erklärte US-Justizminister Merrick Garland zwei Tage vor dem Jahrestag am 6. Januar.
Diejenigen, die für den "Angriff auf unsere Demokratie verantwortlich" seien, würden auch weiterhin zur Verantwortung gezogen, ergänzte der Justizminister.
Die US-Bundespolizei FBI versucht demnach weiter herauszufinden, wer am Vorabend des 6. Januar 2021 zwei Rohrbomben in Parteibüros in der Nähe des Kongresses deponierte. Die Behörden erhöhten die Belohnung für Informationen über die Verantwortlichen von 100.000 Dollar auf 500.000 Dollar (472.000 Euro), da die Rohrbomben funktionsfähig gewesen seien und jemanden hätten töten können.
Hunderte radikale Trump-Anhänger hatten am 6. Januar 2021 das Kapitol gestürmt, um eine Bestätigung des Siegs des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl vom November 2020 zu verhindern. Der damalige Präsident Trump hatte nach der Präsidentschaftswahl wochenlang vielfach widerlegte Wahlbetrugsvorwürfe erhoben.
Am Mittag des 6. Januar 2021 rief der Republikaner seine Anhänger auf, zum Kapitol zu marschieren und "auf Teufel komm raus" zu kämpfen. Der folgende Angriff auf das Kapitol mit fünf Toten sorgte weltweit für Entsetzen und gilt als schwarzer Tag in der Geschichte der US-Demokratie.
Zahlreiche Angreifer attackierten Polizisten, andere verursachten Schäden im Gebäude oder stahlen Gegenstände wie etwa den Laptop der damaligen Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi.
In einer der größten und umfassendsten Ermittlungen der US-Bundespolizei wurden seitdem hunderte Angreifer strafrechtlich verfolgt. Dem Justizministerium zufolge bekannten sich 484 der insgesamt 950 Angeklagten schuldig, Straftaten wie Behinderung des Kongresses oder Angriffe auf die Polizei sowie Vergehen wie den illegalen Zutritt zum Gebäude begangen zu haben. 351 von ihnen wurden verurteilt, von denen fast 200 wiederum Haftstrafen von bis zu zehn Jahren erhielten.
Zwei Mitglieder der rechtsextremen US-Miliz Oath Keepers wurden im November der "aufrührerischen Verschwörung" schuldig gesprochen, ihnen drohen bis zu 20 Jahre Gefängnis.
P.Hernandez--AT