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Russen gedenken der im ostukrainischen Makijiwka getöteten Soldaten
Nach dem Tod zahlreicher russischer Soldaten bei einem ukrainischen Angriff in der Ostukraine haben Menschen in Russland am Dienstag bei einer seltenen öffentlichen Gedenkfeier ihre Trauer und Wut zum Ausdruck gebracht. Rund 200 Menschen legten Rosen und Kränze bei einer genehmigten Versammlung auf einem zentralen Platz in der Stadt Samara im Zentrum Russlands nieder, aus der einige der Soldaten stammten. Derweil kam in Russland Kritik an der Militärführung auf.
"Ich habe seit drei Tagen nicht geschlafen", sagte die Frau eines russischen Generals und Vorsitzende einer armeenahen Vereinigung bei der Gedenkveranstaltung in Samara. "Es ist sehr hart, es ist beängstigend. Aber wir lassen uns nicht brechen. Trauer verbindet." Sie habe ihren Mann gebeten, die Opfer zu "rächen". "Wir werden den Feind gemeinsam vernichten. Uns bleibt keine andere Wahl."
Ein orthodoxer Priester betete und Soldaten gaben einen Salutschuss ab. Manche Teilnehmer hielten Fahnen der Partei Einiges Russland von Präsident Wladimir Putin in den Händen. Auch in anderen Städten der Region Samara gab es nach Berichten von örtlichen Medien ähnliche Veranstaltungen, etwa in Togliatti und in Sysran.
Moskau hatte am Montag nach einem ukrainischen Raketenangriff an Silvester den Tod von 63 Soldaten in der von Russland kontrollierten Stadt Makijiwka in der ostukrainischen Region Donezk eingeräumt. Die Ukraine, die die Verantwortung für den Angriff übernahm, gab eine deutlich höhere Zahl an getöteten Russen an. Die Verluste gehören zu den schwersten, die Russland bei einem einzigen Angriff seit Beginn der Offensive gegen die Ukraine im vergangenen Februar erlitten hat.
Der Vorfall löste in Russland Kritik an der Militärführung im Internet aus, auch von Nationalisten, die Moskaus Einsatz in der Ukraine befürworten. Mehrere russische Militärkorrespondenten - deren Einfluss im Land zuletzt gewachsen ist - sprachen von hunderten möglichen Opfern. Sie warfen ranghohen Militärkommandeuren vor, nicht aus früheren Fehlern gelernt zu haben.
Es gab zudem Berichte, wonach die Soldaten in der Nähe eines Munitionsdepots einquartiert wurden, welches bei dem Angriff explodierte. Einige russische Soldaten hätten zudem ihre Mobiltelefone nutzen können, wodurch die ukrainischen Streitkräfte sie orten konnten.
"Welche Schlussfolgerungen werden daraus gezogen? Wer wird bestraft?", fragte der Parlamentsabgeordnete für Samara, Michail Matwejew, in Onlinenetzwerken.
Der Kanal "Rybar" im Onlinedienst Telegram, dem mehr als eine Million Profile folgen, bezeichnete es als "kriminell naiv", Munition in der Nähe von Schlafquartieren zu lagern.
Mehrere gegenüber dem Einsatz positiv eingestellte Kommentatoren stellten zudem die von Moskau angegebene Zahl von 63 Toten infrage, die ihrer Meinung nach zu niedrig angesetzt war. Berichten zufolge waren viele der Toten Reservisten, die erst kürzlich eingezogen worden waren.
Russlands Präsident Putin äußerte sich bislang nicht öffentlich zu dem Raketenangriff in Makijiwka.
Unterdessen gingen die Kampfhandlungen in der Ukraine besonders in der hart umkämpften Stadt Bachmut im Osten des Landes weiter. Obwohl sie nur eine geringe strategische Bedeutung hat, versuchen die russischen Streitkräfte unter der Führung der Söldnergruppe Wagner seit Monaten, sie zu erobern.
Der Chef der Gruppe, der Putin-nahe Geschäftsmann Jewgeni Prigoschin, räumte in einem Interview ein, dass die Kämpfe hart seien. Die ukrainischen Streitkräfte hätten "jedes Haus in eine Festung" verwandelt. Seine Männer kämpften manchmal "mehrere Wochen um ein einziges Haus", sagte Prigoschin der russischen Nachrichtenagentur Ria-Nowosti in dem am Dienstag veröffentlichten Interview.
W.Morales--AT