-
Fünfzehn Jahre nach dem NSU bleiben Fragen zu Unterstützern offen
-
Hakeem Jeffries steht vor dem Aufstieg zum mächtigsten Demokraten im Kongress
-
Demokraten gewinnen in Texas Senatssitz und Gouverneursamt
-
Demokraten erobern bei US-Zwischenwahlen beide Kongresskammern
-
Abdul El-Sayed gewinnt Senatssitz in Michigan und schreibt Geschichte
-
Trump signalisiert nach Midterms Gesprächsbereitschaft mit den Demokraten
-
Wer immer funktioniert, muss nicht noch besser werden
-
Letzte Funksprüche zeigen Kontrollverlust vor Learjet-Absturz in Florida
-
Der Begriff „migrantisches Milieu“ belebt die Stadtbild-Debatte neu
-
Europas digitale Finanzinfrastruktur soll unabhängiger und robuster werden
-
Raiffeisen Bank International muss den geplanten Addiko-Deal neu strukturieren
-
Dobrindts Äußerung über „Chaoten“ löst Kritik von Grünen und Linken aus
-
Mehr als 1000 Berliner SPD-Mitglieder wenden sich gegen Rot-Grün-Rot um jeden Preis
-
Sachsen-Anhalts CDU ringt um Konsequenzen aus einem umstrittenen Papier
-
Niko Ilicevic stellt mit 16 Jahren den Bundesliga-Altersrekord ein
-
Der Berliner Gendarmenmarkt erzählt von französischer Einwanderung und Wandel
-
Kapstadts Konflikt mit Pavianen verschärft sich in wohlhabenden Vororten
-
NFL-Katastrophenangst: Helikopter fliegt direkt in Feuerwerk
"Stolz und stark": Junge Afghanin protestiert in Kabul allein gegen Uni-Verbot
Ganz allein hat sich die 18-jährige Marwa mit einem Plakat vor die Universität von Kabul gestellt, um gegen das Uni-Verbot der Taliban für Frauen zu protestieren, ließ Hohn und Beleidigungen an sich abprallen. "Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mich so stolz, stark und mächtig gefühlt, weil ich mich ihnen entgegengestellt habe und ein Recht eingefordert habe, das Gott uns gegeben hat", sagt Marwa der Nachrichtenagentur AFP. Ihren vollständigen Namen möchte sie nicht nennen.
Proteste von Frauen sind in Afghanistan seit der Rückkehr der Taliban an die Macht immer seltener geworden, vor allem seit der Festnahme führender Aktivistinnen zu Beginn des Jahres. Demonstrantinnen drohen Festnahme, Gewalt und gesellschaftliche Ausgrenzung.
Doch Marwa ist hartnäckig. Ihre Schwester hat aus einem Auto heraus ein Handy-Video von ihrem stillem Protest aufgenommen - nur wenige Meter vor dem Eingang zum Campus der Universität Kabul, einer der größten und angesehensten Institutionen des Landes.
In einem ihrer jüngsten Angriffe auf die Rechte von Frauen hatten die radikalislamischen Taliban vergangene Woche die Hochschulbildung für Frauen verboten, was international Proteste auslöste. Einige Frauen in Afghanistan versuchten gegen das Uni-Verbot zu demonstrieren, doch sie wurden rasch auseinander getrieben.
Am Sonntag stellte sich Marwa vor den Taliban-Wachen an den Toren der Kabuler Universität auf. Mutig hielt sie ein Plakat in die Höhe, auf dem "Iqra" geschrieben stand, das arabische Wort für "Lesen".
"Sie haben wirklich schlimme Sachen zu mir gesagt, aber ich bin ruhig geblieben", berichtet Marwa. "Ich wollte die Macht eines einzelnen afghanischen Mädchens zeigen und dass sich sogar eine einzige Person gegen Unterdrückung wehren kann."
Mit Blick auf ihre Kommilitoninnen sagt sie: "Wenn meine anderen Schwestern sehen, dass ein einzelnes Mädchen sich den Taliban entgegen stellt, wird es ihnen helfen, aufzustehen und die Taliban zu besiegen."
Bei ihrer Rückkehr an die Macht im August 2021 hatten die Taliban zunächst angekündigt, weniger hart vorgehen zu wollen als während ihrer ersten Herrschaft von 1996 bis 2001. Inzwischen verhängte die Miliz jedoch immer striktere Restriktionen gegen Frauen und verdrängte sie praktisch aus dem öffentlichen Leben.
Am Samstag untersagten die Taliban Nichtregierungsorganisationen die Beschäftigung von Frauen. Oberschulen für Mädchen sind seit mehr als einem Jahr geschlossen. Frauen, die für die Regierung arbeiteten, verloren ihre Stelle und erhielten einen Teil des Lohns dafür, dass sie zuhause blieben.
Außerdem dürfen Frauen nicht mehr in Parks, Sportstudios und öffentliche Bäder gehen. Die Taliban begründen die Restriktionen mit der Nichteinhaltung der strikten islamischen Kleiderordnung, zu der das Tragen des Hidschabs gehört, der den ganzen Körper verhüllt.
Das Land sei zu einem Gefängnis für Frauen geworden, sagt Marwa, die davon träumt, Malerin zu werden. "Ich will nicht eingesperrt sein. Ich habe große Träume, die ich erreichen will", sagt sie. "Deshalb habe ich beschlossen zu demonstrieren."
E.Rodriguez--AT