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Taiwan verlängert Wehrpflicht wegen Bedrohung durch China
Taiwan hat mit Blick auf eine zunehmende Bedrohung durch China die Wehrpflicht von vier Monaten auf ein Jahr verlängert. "Wir haben beschlossen, den einjährigen Wehrdienst von 2024 an wieder einzuführen", sagte die taiwanische Präsidentin Tsai Ing-wen nach einer Kabinettsitzung zur nationalen Sicherheit am Dienstag. Als Grund gab sie an, dass Chinas "Einschüchterungen und Drohungen gegen Taiwan" immer "offensichtlicher" werden.
Der derzeitige viermonatige Militärdienst reiche nicht aus, um "der schnellen und sich ständig ändernden Situation gerecht zu werden", sagte Tsai. Die verlängerte Pflicht gelte für Männer, die nach dem 1. Januar 2005 geboren wurden.
"Wir können einen Krieg nur vermeiden, wenn wir uns auf einen Krieg vorbereiten, und wir können einen Krieg nur beenden, wenn wir in der Lage sind, einen Krieg zu führen", sagte die Präsidentin. Das Kabinettstreffen fand zwei Tage nach einer großangelegten Militärübung statt, die China in der Nähe Taiwans abgehalten hatte.
Taiwan steht unter wachsendem Druck durch Peking, das die seit 1949 abgespaltene Insel als abtrünniges Gebiet betrachtet und sie wieder mit dem chinesischen Festland vereinigen will - notfalls mit militärischer Gewalt. Der Besuch der ranghohen US-Politikerin Nancy Pelosi in Taiwan hatte im August die Spannungen zwischen den USA und China verschärft.
Die Wehrpflicht war einst äußerst unbeliebt in Taiwan. Mit dem Ziel, eine überwiegende Freiwilligen-Armee zu schaffen, hatte die vorherige Regierung den Dienst von einem Jahr auf vier Monate verkürzt. In aktuelle Umfragen zeigen sich mehr als drei Viertel der Befragten überzeugt, dass dies zu kurz sei.
H.Gonzales--AT