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Drei Organisationen stellen Arbeit in Afghanistan wegen Frauen-Verbots vorerst ein
Drei ausländische Hilfsorganisationen stellen ihre Tätigkeit in Afghanistan wegen des Arbeitsverbots für Frauen in Nichtregierungsorganisationen (NGOs) vorerst ein. "Bis wir Klarheit über diese Ankündigung haben, setzen wir unsere Programme aus", hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung von Save the Children, dem Norwegischen Flüchtlingsrat und Care am Sonntag. Die Organisationen forderten zudem, dass "Männer und Frauen gleichermaßen unsere lebensrettende Hilfe in Afghanistan fortsetzen können".
Die radikalislamischen Taliban hatten das Beschäftigungsverbot am Samstag bekannt gegeben und mit "ernsthaften Beschwerden" über das Nichttragen des Hidschabs im Zusammenhang mit für NGOs tätigen Frauen begründet. Organisationen, die das Verbot nicht einhalten, drohe der Entzug ihrer Zulassung. Ob die Regelung nur für afghanische Staatsangehörige oder auch für Ausländerinnen gilt, blieb zunächst unklar.
International stieß die Ankündigung auf scharfe Kritik. Die UNO warnte davor, Frauen in Afghanistan "systematisch von allen Aspekten des öffentlichen und politischen Lebens" auszuschließen. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) erklärte, Deutschland werde sich "für eine deutliche Reaktion der internationalen Gemeinschaft" einsetzen.
Millionen Menschen in Afghanistan sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Seit der Machtübernahme der Taliban im August vergangenen Jahres hat sich die Wirtschaftskrise im Land verschlimmert. Die Taliban hatten zunächst angekündigt, weniger hart vorgehen zu wollen als während ihrer ersten Herrschaft von 1996 bis 2001.
N.Mitchell--AT