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Arbeitsverbot für Frauen in NGOs in Afghanistan stößt international auf Kritik
Das Arbeitsverbot für Frauen in Nichtregierungsorganisationen (NGOs) in Afghanistan ist international auf scharfe Kritik gestoßen. Wenn Frauen in Afghanistan "systematisch von allen Aspekten des öffentlichen und politischen Lebens" ausgeschlossen würden, werfe dies "das Land zurück" und gefährde die Bemühungen um Frieden und Stabilität, erklärte das UN-Büro für humanitäre Hilfe (Ocha) am Samstag. Auch US-Außenminister Antony Blinken warnte, die Entscheidung könnte "verheerend für die afghanische Bevölkerung sein".
Er sei "zutiefst besorgt", dass das Verbot für eine Unterbrechung der "zentralen und lebensrettenden Hilfe für Millionen von Menschen" führen könnte, erklärte Blinken am Samstag auf Twitter. Auch die EU hatte die Entscheidung der radikalislamischen Taliban "auf das Schärfste" verurteilt.
Die Taliban hatten das Arbeitsverbot am Samstag bekannt gegeben und mit "ernsthaften Beschwerden" über das Nichttragen des Hidschabs im Zusammenhang mit für NGOs tätigen Frauen begründet. Organisationen, die das Beschäftigungsverbot für Frauen nicht einhalten, drohe der Entzug ihrer Zulassung. Ob das Verbot nur für afghanische Staatsangehörige oder auch für Ausländerinnen gilt, blieb zunächst unklar.
Die UNO kündigte an, sie werde die Taliban um eine Erklärung zu der Anordnung bitten. Am Sonntag ist außerdem ein Treffen hochrangiger UN-Repräsentanten mit Vertretern dutzender NGOs geplant, um das weitere Vorgehen in Afghanistan zu besprechen. Aus NGO-Kreisen hieß es, bei dem Treffen werde über eine Einstellung aller Hilfsmaßnahmen im Land beraten.
Millionen Menschen in Afghanistan sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Seit der Machtübernahme der Taliban im August vergangenen Jahres hat sich die Wirtschaftskrise im Land verschlimmert. Die Taliban hatten vergangenes Jahr zunächst angekündigt, weniger hart vorgehen zu wollen als während ihrer ersten Herrschaft von 1996 bis 2001. Inzwischen aber wird die Miliz immer radikaler.
A.Anderson--AT