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Immer mehr politische Patenschaften für inhaftierte Menschen im Iran
Immer mehr deutsche Politikerinnen und Politiker übernehmen politische Patenschaften für inhaftierte Menschen in Iran. Am Dienstag äußerte sich Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt zu ihrer Patenschaft für den iranischen Schwimmer Parham Parvari, der am 3. Oktober wegen seiner regierungskritischen Haltung in Teheran entführt wurde und seither mit der Todesstrafe bedroht ist.
"Ich bin in großer Sorge um das Wohlergehen von Parham Parvari und der anderen willkürlichen inhaftierten Menschen im Iran", erklärte die Grünen-Politikerin. "Mit der Übernahme einer politischen Patenschaft für Parham Parvari möchte ich auf sein Schicksal aufmerksam machen." Weiter betonte sie: "Der Mut der Menschen im Iran und ihr Wunsch nach Freiheit lassen sich nicht stoppen. Ihnen gilt meine volle Solidarität."
Zuvor hatte bereits unter anderem Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) eine Patenschaft für den iranischen Journalisten Heshmatollah Tabarzadi übernommen. "Ich werde mich für sein Leben einsetzen", versprach Ramelow auf Twitter. Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen übernahm nach eigenen Angaben eine Patenschaft für den inhaftierten iranischen Menschenrechtsanwalt Mostafa Nili.
Die Patenschaften sind eine Initiative der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), die es schon seit Jahren gibt - auch für aus politischen Gründen inhaftierte in zahlreichen anderen Ländern, die sich gezielt an politische Mandatsträgerinnen und -träger wendet. Das Ziel ist zum einen, die Betroffenen allein durch das Erzeugen öffentlicher Aufmerksamkeit zu schützen, auch über Posts in sozialen Medien. Zudem sind die Paten aufgerufen, sich per Brief an die in diesem Fall iranische Botschaft zu wenden.
An den Patenschaften für Iranerinnen und Iraner beteiligen sich unter anderem auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Ruppert Stüwe, FDP-Vize Johannes Vogel, die Grünen-Chefin Ricarda Lang und zahlreiche weitere Politikerinnen und Politiker aus Bund und Ländern. Insgesamt sind es der IGFM zufolge bereits mehr als 100.
Auch international gewinnt die Bewegung an Fahrt. Politische Patenschaften für inhaftierte Iranerinnen und Iraner gibt es inzwischen auch aus Österreich und weiteren Ländern.
T.Sanchez--AT