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Ukrainischer Botschafter: Zusage für weitere deutsche Waffenlieferungen erhalten
Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, hat nach eigenen Angaben von der Bundesregierung Zusagen für weitere Waffenlieferungen erhalten. Außerdem habe Berlin ihm zugesichert, dass es ohne die Zustimmung Kiews nicht zu Verhandlungen mit Russland über ein Kriegsende kommen werde, sagte Makeiev der "Welt am Sonntag". In der südukrainischen Stadt Odessa harrten nach russischen Angriffen mehr als 1,5 Millionen Menschen ohne Strom aus.
Dringend benötigt würden weitere Flugabwehrsysteme, Panzerhaubitzen, Flugabwehrpanzer vom Typ Gepard und Munition, sagte Makeiev in dem Interview weiter. "Außerdem sind wir weiter im Gespräch über die Lieferung von Marder- und Leopard-Panzern." Er wolle die Bundesregierung nicht diplomatisch unter Druck setzen, sondern erreichen, "dass Deutschland das, was es hat, schneller liefert", sagte der neue Botschafter der "WamS". Die Ukraine habe keine Zeit, länger auf Waffen zu warten.
Makeiev erklärte, bei seinen Antrittsbesuchen in Berlin "immer sehr warm" empfangen worden zu sein. Er spüre den Willen vieler deutscher Politiker, die Ukraine zu unterstützen. Die Bundesregierung habe ihm zudem zugesichert, "dass es keine Verhandlungen mit (Kremlchef Wladimir) Putin gibt, wenn wir das nicht wollen". Momentan brauche sein Land "keine Vermittler, sondern Verbündete". Der Frieden in der Ukraine könne nicht verhandelt werden, er müsse erkämpft werden.
In der südukrainischen Stadt Odessa und ihrer Umgebung waren nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj unterdessen mehr als 1,5 Millionen Menschen ohne Strom, nachdem russische Drohnen-Angriffe die Infrastruktur getroffen hatten. Nach Angaben von Regionalgouverneur Maksym Martschenko waren fast alle Bezirke und Gemeinden in der Region Odessa infolge der Angriffe in der Nacht zum Samstag von Stromausfällen betroffen.
Die Ausfälle in der Schwarzmeerstadt waren auch am Sonntag nicht behoben. Nach Angaben eines Sprechers der Regionalverwaltung war in einigen Viertel deshalb auch die Wasserversorgung unterbrochen.
Nach einer Reihe von Niederlagen an der Front und mit dem einbrechenden Winter hatte Russland mit den Angriffen auf die Energie-Infrastruktur der Ukraine begonnen. Am vergangenen Montag starteten die russischen Streitkräfte eine erneute Angriffswelle mit Raketen. Am schwersten betroffen waren laut der ukrainischen Regierung die Regionen im Süden des Landes.
Am Sonntag meldeten die ukrainischen Behörden erneute russische Angriffe auf die im Süden gelegene Region Cherson. Vor allem die im November von der ukrainischen Armee zurückeroberte gleichnamige Regionalhauptstadt sei in der Nacht unter heftigen Beschuss geraten, dabei seien zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden, teilte Regionalgouverneur Jaroslaw Januschewitsch im Messengerdienst Telegram mit.
Getroffen wurde demnach unter anderem eine Entbindungsstation, ein Café und ein Wohngebäude. Die Stromversorgung der Stadt und ihrer Umgebung sei inzwischen aber zu "90 Prozent" wiederhergestellt. Der Gouverneur berichtete von insgesamt 45 russischen Luftangriffen auf die Region.
Ukrainische Streitkräfte griffen ihrerseits die von russischen Truppen besetzte Stadt Melitopol in der ebenfalls südlichen Region Saporischschja an. Nach Angaben des von Russland eingesetzten Regionalverwalters Jewgeni Balizkij wurde ein "Freizeitzentrum" am Rand von Melitopol durch die Raketenangriffe zerstört. Zwei Menschen seien getötet und zehn weitere verletzt worden, berichtete er.
Saporischschja gehört neben Cherson, Donezk und Luhansk zu den ukrainischen Regionen, die Kreml-Chef Wladimir Putin nach sogenannten Referenden im vergangenen September für annektiert erklärt hatte.
O.Gutierrez--AT