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Friedensnobelpreisträger unterstützen Widerstand der Ukraine gegen russischen Angriffskrieg
Die drei diesjährigen Friedensnobelpreisträger haben mit deutlichen Worten den Widerstand der Ukraine gegen Moskaus Angriffskrieg unterstützt. Ihr Land könne auf keinen Frieden hoffen, wenn es "die Waffen niederlegt", sagte die Leiterin des ukrainischen Zentrums für Bürgerliche Freiheiten (CCL), Oleksandra Matwijtschuk, am Samstag bei der Entgegennahme der Auszeichnung in Oslo. Neben dem Zentrum wurden die in Russland inzwischen verbotene Organisation Memorial sowie der inhaftierte belarussische Menschenrechtsaktivist Ales Bjaljazki ausgezeichnet. Für ihn nahm seine Frau den Preis entgegen.
"Das ukrainische Volk wünscht sich mehr als jedes andere in der Welt Frieden", sagte die ukrainische Menschenrechtsanwältin Matwijtschuk weiter. Aber Frieden lasse sich nicht dadurch erreichen, dass ein angegriffenes Land seine Waffen niederlege. "Das wäre kein Frieden, sondern Besatzung."
Matwijtschuks 2007 gegründete Organisation dokumentiert derzeit die von russischen Truppen und ihren Verbündeten begangenen Kriegsverbrechen in der Ukraine. "Der Krieg macht Menschen zu Zahlen. Wir müssen allen Opfern von Kriegsverbrechen wieder einen Namen geben", sagte sie in ihrer Nobelpreisrede.
Matwijtschuk forderte ein internationales Tribunal, um Kremlchef Waldimir Putin, seinen belarussischen Verbündeten Alexander Lukaschenko "und andere Kriegsverbrecher" vor Gericht zu stellen. Wegen der russischen Angriffe auf die Energieversorgung ihres Landes musste die 39-Jährige ihre Rede bei Kerzenlicht schreiben, wie sie AFP vor der Zeremonie berichtete.
Der Vorsitzende von Memorial International, Jan Ratschinski, warf Putins Russland vor, die historische Bedeutung des antifaschistischen Kampfs "für seine eigenen politischen Interessen" zu missbrauchen. Widerstand gegen Russland sei nunmehr gleichbedeutend mit Faschismus - und dies diene der "ideologischen Rechtfertigung" für den "verrückten und kriminellen Angriffskrieg" gegen das Nachbarland.
Memorial war 1989 mit dem Ziel gegründet worden, die Verbrechen unter dem sowjetischen Diktator Josef Stalin aufzuklären, das Andenken an die Opfer zu bewahren und Informationen über die Verletzung von Freiheiten und Rechten in Russland zu sammeln. "Heute ist die Zahl der politischen Gefangenen in Russland höher als in der gesamten Sowjetunion zu Beginn der Perestroika in den 1980er Jahren", sagte Ratschinski.
Der belarussische Preisträger Bjaljazki durfte aus der Haft keine Dankesrede für den Nobelpreis übermitteln. Stattdessen wiederholte seine Frau Natalja Pintschuk als seine Vertreterin in Oslo einige frühere Äußerungen des Mitbegründers der einstmals wichtigsten belarussischen Menschen- und Bürgerrechtsorganisation Wjasna.
Russland ziele in der Ukraine auf die Errichtung einer "Vasallendiktatur" nach belarussischem Vorbild ab, zitierte Pintschuk ihren Mann. Dort werde unter Machthaber Lukaschenko bereits "die Stimme des unterdrückten Volkes" ignoriert, werde das Land sprachlich und kulturell russifiziert und mit russischen Militärstützpunkten überzogen, während es wirtschaftlich vollständig von Moskau abhänge. Auch Bjaljazki betonte, dass "das Gute und die Wahrheit in der Lage sein müssen, sich zu schützen".
E.Hall--AT